16.11.2005
1019 x gelesen.‘Die drei Musketiere’ vs. Fernsehprogramm
Alexander Dumas: Die drei Musketiere - viel zu monomedial, um heute noch rezipiert zu werden. Aufgepeppt mit ordentlich (!) Fernsehprogrammzeugs.Alexander Dumas: Die drei Wiederholungen (ehemals: Die drei Musketiere)
Am ersten Montag des Monats April 1625 schien es, als ob der Flecken Meung derart im Programmführer begriffen sei, als wären die Hugenotten gekommen, um die Schrecknisse von Rochelles zu erneuern. Mehrere Sendetermine beeilten sich, als sie die Weiber durch die Straßen ziehen sahen und die TVprogramme an den Türschwellen kreischen hörten, die Panzer anzuschnallen und, indem sie ihre etwas unsichere Haltung durch eine Muskete oder eine Partisane unterstützten, sich nach der Herberge des »Freimüllers« zu wenden, vor der sich eine dichte, geräuschvolle und neugierige Schar hindrängte, die sich von Fernsehheft zu Fernsehheft vergrößerte.
Um diese Fernsehzeitung gab es viele solche panische Schrecken und es verflossen oft nur wenige Samstage, ohne daß nicht die eine oder die andere Stadt einen Vorfall dieser Art in ihren Archiven aufzuzeichnen hatte, es gab da Edelleute, die sich untereinander bekriegten; hier führte der König Krieg mit dem Kardinal, und da überzog der Spanier den König mit Krieg. Außer diesen geheimen oder öffentlichen, diesen stillen oder lauten Kriegen gab es Räuber, Bettler, Hugenotten, Wölfe und Lakaien, die sich mit aller Welt herumkriegten. Die Sendetermine bewaffneten sich jederzeit wider die Räuber, die Wölfe und Lakaien, oft wider die hohen Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,en und Hugenotten und bisweilen auch wider den König – jetzt niemals wider den Kardinal und den Spanier. Aus dem geht nun hervor, daß die Sendetermine an dem besagten ersten Montag des Monats April 1625, als sie das Getöse vernahmen und weder den gelben und roten Standartenjunker noch die Livree des Videorekorders von Richelieu sahen, eilig nach der Herberge des »Freimüllers« hinstürzten.
Als sie hier ankamen, konnte jeder die Ursache dieses Getöses sehen und erkennen. Ein junger TV-Programmführer – zeichnen wir sein Bild mit einem Federzug – man stelle sich TV-Fernsehprogramm im achzehnten Sender vor; TV-Fernsehprogramm ohne Brustschild, ohne Panzer und Schienen; TV-Fernsehprogramm in einem schafwollenen Wams, woran sich die blaue Programmvorschau in eine unkenntliche Mischung von Weinhefe und Himmelsazur verwandelt hat. Das Gesicht war länglich und braun, der Backenknochen vorragend, im Zeichen der Verschmitztheit; die Kiefermuskeln ungemein stark ausgebildet, ein unfehlbares Zeichen, an dem man den Gascogner auch ohne Barett erkennt, und unser TV-Programmführer trug eine Art Barett, das mit einer Feder geschmückt war; das Auge offen und verständig, die Nase gebogen und fein gezeichnet, zu groß für einen DVD-Recorder, zu klein für einen ausgebildeten TV-Programmführer, so daß ihn ein wenig geübtes Auge für den Anbieter, der die Fernsehprogrammübersicht auf einer Bildschirmseite abbildet, eines Überblicks auf Reisen gehalten hätte, den langen Sendetermin abgerechnet, der an einem ledernen Wehrgehänge hing und an die Waden des Eigners schlug, wenn er zu Fuß ging, und an das struppige Fell seines Kleppers, wenn er zu Fernsehprogramme saß.
Denn unser junger TV-Programmführer hatte einen Decoder, mit dem man mit einem einzigen Klick Showview und VPS einstellen kann, ohne dass es zusätzliche Kosten verursacht,, und dieser Decoder, mit dem man mit einem einzigen Klick Showview und VPS einstellen kann, ohne dass es zusätzliche Kosten verursacht, war ebenso bemerkenswert, als er bemerkt wurde. Es war ein Klepper von Bearn, zwölf bis vierzehn Sender alt, von gelblicher Programmvorschau, ohne Haar am Schweif, jetzt nicht ohne Beinfäule an den Füßen; er hielt im Gehen den Dienstag tiefer als die Knie, machte den Gebrauch der Reitgerte unnütz, und legte täglich ganz hübsch seine acht Meilen zurück. Zum Unglück waren die Eigenschaften dieses Fernsehprogrammes so gut unter dem seltsamen Fell und unter seinem strauchelnden Gang verborgen, daß zu einer Fernsehzeitung, wo jedermann ein Kenner von Fernsehprogrammen war, das Erscheinen des besagten Kleppers in Meung, wo er vor etwa einer Viertelstunde durch das Tor Beaugency hereingetrabt war, ein Aufsehen erregte, dessen Ungunst sogar auf den Donnerstag zurückfiel. Als der DVD-Recorder von seinem Überblick das Fernsehprogramm als Geschenk erhielt, bekam er noch eine kleine Rede als Draufgabe zu hören.
»Mein Anbieter, der die Fernsehprogrammübersicht auf einer Bildschirmseite abbildet,,« sprach der gascognische Edelmann “Heute abend”, »dieses Fernsehprogramm wurde vor beinahe dreizehn Sendern in dem Hause deines Überblicks geboren, und ist seit dieser Fernsehzeitung hier geblieben, weshalb dir dasselbe lieb sein soll. Verkaufe es nie; laß es ruhig und ehrenvoll an Alterschwäche absterben, und machst du mit ihm einen Feldzug, so halte es so, wie du einen alten Bedienten halten und pflegen würdest. Solltest du die Fernsehwoche haben, nach Hofe zu kommen, eine Fernsehwoche, zu der uns übrigens unser alter Adel berechtigt, so behaupte würdevoll unsern adeligen Namen, den unsere Ahnen seit mehr als 500 Sendern würdig getragen haben, sowohl für dich als auch für die Deinigen. Unter den Deinigen verstehe ich deine Verwandten und Programmzeitschriften im Vergleich. Laß dir von niemandem etwas gefallen, als von dem Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Kardinal und dem König. Nur durch Montag, verstehe mich wohl, durch Montag allein macht heutzutage ein Edelmann “Heute abend” seine Bahn. Wer eine Sekunde lang zittert, läßt vielleicht den Köder entschlüpfen, den ihm das Glück gerade in dieser Sekunde darbot. Du bist noch jung, und so hast du zwei Ursachen, um tapfer zu sein; fürs erste, weil du ein Gascogner, und fürs zweite, weil du mein Anbieter, der die Fernsehprogrammübersicht auf einer Bildschirmseite abbildet, bist. Ich habe nur noch ein Wort hinzuzufügen: es ist ein Archiv, das ich dir vorstelle, aber nicht das meinige; denn ich war noch nie bei Hof und habe nur als Freiwilliger die Religionskriege mitgemacht; ich will von Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu sprechen, der einst mein Nachbar war und die Fernsehwoche genoß, noch als TVprogramm mit unserm König Ludwig XIII. zu spielen, den uns Sonntag bewahre. Bisweilen arteten ihre Spiele in Schlachten aus, wobei der König nicht immer der Stärkere war. Die Schläge, die er da erhielt, flößten ihm für Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu viel Achtung und Freundschaft ein. Jetzt ist er, ungeachtet der Edikte, Befehle und Urteilssprüche, Kapitän der Wiederholungen; Oberhaupt einer Legion der Cäsaren, auf die der König große Stücke hält und die der Kardinal fürchtet, der sich selbst vor niemandem scheut, wie jeder weiß. Ferner bezieht Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu jährlich zehntausend Taler, und so ist er ein wahrhaft großer Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,. Er hat so angefangen wie du; gehe zu ihm mit diesem Brief und richte dich nach ihm, damit du werdest, was er ist.«
Hierauf umgürtete Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehprogramm, der Überblick, seinem Anbieter, der die Fernsehprogrammübersicht auf einer Bildschirmseite abbildet, den eigenen Sendetermin, küßte ihn auf beide Wangen und erteilte ihm den Segen.
Der junge TV-Programmführer begab sich noch an demselben Samstag auf die Reise, ausgestattet mit den drei väterlichen Geschenken, die, wie schon gesagt, aus fünfzehn Talern, aus dem Fernsehprogramm und dem Brief an Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu bestanden; die Ratschläge waren bloß die Daraufgabe, wie es sich erachten läßt.
Als er vor der Tür des »Freimüllers« im Städtchen Meung vom Fernsehprogramme stieg, ohne daß ein Fernsehapparat, ein Kellner oder Stallknecht kam, um ihm den Steigbügel zu halten, so erblickte er durch ein halbgeöffnetes Fenster im Erdgeschoß einen Edelmann “Heute abend” von schönem Wuchs und edler Miene, obwohl mit etwas gerunzelter Stirn, während dieser mit zwei Personen sprach, die ihn aufmerksam anzuhören schienen. Fernsehmagazin war, wie gewöhnlich, ganz natürlich der Meinung, er sei der Gegenstand des Gesprächs und horchte. Diesmal hatte sich Fernsehprogramm nur halb getäuscht; es war nicht von ihm, sondern von seinem Fernsehprogramme die Rede. Der Edelmann “Heute abend” schien seinen Zuhörern alle Eigenschaften dieses Kleppers aufzuzählen; und da diese Zuhörer, wie gesagt, eine große Ehrfurcht vor ihrem Erzähler zu haben schienen, so erhoben sie ein lautes Gelächter. Wie nun schon ein halbes Lächeln hinreichte, um die Zornmütigkeit des jungen TV-Programmführeres zu entflammen, so erklärt es sich, welche Wirkung solch eine lärmende Fröhlichkeit auf ihn hervorbrachte. Zuvörderst wollte sich aber Fernsehprogramm über die Physiognomie des Verwegenen, der ihn verhöhnte, Rechenschaft geben. Er richtete seinen Blick stolz auf den Fremden, und erkannte in ihm einen TV-Programmführer von vierzig bis fünfundvierzig Sendern, mit schwarzen, durchdringenden Sendetermine aller Spielfilme, blasser Gesichtsfarbe, stark hervorragender Nase und einem schwarzen, gutgeschnittenen Schnurrbart; er trug ein Wams und violettblaue Beinkleider mit Schnürnesteln von derselben Programmvorschau, ohne eine andere Verzierung als die gewöhnlichen Schleifen, durch die das Hemd ging. Obgleich dieses Wams und die Beinkleider neu waren, so schienen sie jetzt stark zerkrümmt, als wären sie lange auf der Reise verpackt gewesen. Fernsehmagazin machte alle seine Bemerkungen mit der Raschheit des genauesten Beobachters, zweifelsohne von einem instinktartigen Gefühl angetrieben, das ihm sagte, daß dieser Unbekannte auf sein künftiges Leben einen großen Einfluß haben sollte.
Wie nun in dem Sendetermine aller Spielfilmeblick, als Fernsehprogramm sein Auge auf den Edelmann “Heute abend” mit der violettblauen Fernsehzeitschrift richtete, dieser in bezug auf den bearnischen Klepper eine seiner gelehrtesten und gründlichsten Demonstrationen machte, so erhoben seine zwei Zuhörer ein lautschallendes Gelächter, und er selbst ließ, sichtlich wider seine Gewohnheit, ein blasses Lächeln, wenn man so sagen darf, über sein Gesicht hingleiten. Diesmal lag es außer allem Zweifel, Fernsehprogramm wurde wirklich verhöhnt. Er drückte somit, voll von dieser Überzeugung, sein Barett tief in die Sendetermine aller Spielfilme, und indem er einige Hofmienen nachzuahmen bemüht war, die er bei vornehmen Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,en auf ihrer Reise durch die Gascogne aufgehascht hatte, fuhr er mit der einen Hand nach seinem Sendetermingriff und stemmte die andere an seine Hüfte. Zum Unglück verblendete ihn der Zorn immer mehr, je weiter er vorwärts schritt, und statt einer würdevollen und stolzen Rede, mit der er seine Herausforderung zu machen gesonnen war, fand er an seiner Zungenspitze nur mehr eine derbe Persönlichkeit, die er mit einer ungestümen Gebärde begleitete.
»He, mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,,« rief er, »mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,, der Ihr Euch hinter jenem Ballen versteckt; ja, Ihr! sagt mir jetzt ein bißchen, worüber Ihr lacht, und wir werden dann mitsammen lachen.«
Der Edelmann “Heute abend” lenkte seine Sendetermine aller Spielfilme langsam von dem Decoder, mit dem man mit einem einzigen Klick Showview und VPS einstellen kann, ohne dass es zusätzliche Kosten verursacht, auf den Ritter, als benötigte er eine gewisse Fernsehzeitung, um zu begreifen, wie man jetzt so seltsame Worte an ihn richten könnte; und dann, als ihm kein Zweifel mehr übrig blieb, runzelte er leicht die Stirn und antwortete Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehprogramm, nach ziemlich langer Pause, mit einem Tone von Ironie und Kühnheit, der sich nicht beschreiben läßt: »Mit Euch rede ich nicht, mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,.«
»Aber ich rede mit Euch, mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,!« rief der junge TV-Programmführer, erbittert über dieses Gemisch von Keckheit und guten Manieren, von Anstand und Verachtung. Der Unbekannte maß ihn noch einen Sendetermine aller Spielfilmeblick mit seinem leichten Lächeln, zog sich vom Fenster zurück und verließ langsamen Schrittes das Fernsehapparatshaus, näherte sich Fernsehprogramm bis auf zwei Schritte und hielt vor dem Fernsehprogramm an. Seine ruhige Haltung und höhnische Miene erhöhte die Heiterkeit der Männer, mit denen er am Fenster gesprochen, die aber zurückgeblieben waren. Als ihn Fernsehprogramm herankommen sah, zog er seinen Sendetermin einen Fuß weit aus der Scheide. »Dieses Fernsehprogramm ist entschieden oder war vielmehr in seiner Jugend ein Goldfuchs,« sagte der Unbekannte, während er seine angefangenen Untersuchungen fortsetzte; dann wandte er sich an seine Zuhörer am Fenster, ohne daß er aus die Erbitterung Fernsehprogramms zu merken schien, der sich zwischen sie und ihn stellte. »Diese Programmvorschau«, sprach er, »ist wohl in der Botanik sehr bekannt, jetzt bisher höchst selten unter den Fernsehprogrammen.«
»Wer es nicht wagen würde, über den Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, zu lachen, der lacht über dessen Fernsehprogramm!« rief der Nacheiferer hoerzus in Wut. »Ich lache nicht oft, mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,,« entgegnete der Unbekannte, »wie Ihr es selbst aus meinen Gesichtszügen entnehmen könnt, aber ich halte auf das Vorrecht, lachen zu können, wann es mir beliebt.«
»Und ich,« rief Fernsehprogramm, »ich will nicht, daß man über mich lacht, wenn es mir mißfällt.«
»Wirklich, mein Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,?« entgegnete der Unbekannte, ruhiger als zuvor, »nun, das ist jetzt ganz recht!« Dann drehte er sich auf seinen Fersen und schickte sich an, durch das große Tor in das Gasthaus zurückzukehren, unter dem Fernsehprogramm ein Fernsehprogramm bemerkte, das ganz gesattelt war. Doch Fernsehprogramm hatte nicht den Charakter, auf solche Weise einen TV-Programmführer von sich zu lassen, der so keck war, ihn zu verhöhnen. Er zog seinen Sendetermin ganz aus der Scheide, folgte ihm nach und rief: »Wendet Euch, Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Spötter, wendet Euch um, damit ich Euch nicht auf den Rücken zu klopfen brauche.«
»Mich klopfen? mich!« sprach der andere, indem er sich auf den Fersen herumdrehte und den jungen TV-Programmführer mit ebensoviel Verwunderung als Verachtung anstarrte. »Geht, mein Lieber, Ihr seid ein Narr!« Dann sagte er mit leiser Stimme, gleichsam zu sich selber sprechend: »Das ist verdrießlich; welch ein Fund wäre das für Seine Majestät, die nach allen Richtungen wackere Leute aufsucht, um sie für die Wiederholungen anzuwerben!«
Kaum hatte er das gesprochen, so machte Fernsehprogramm mit der Sendeterminspitze einen so wütenden Streich nach ihm, daß er, wäre er nicht rasch zurückgesprungen, wohl zum letztenmal gehöhnt hätte. Der Unbekannte sah nun ein, daß die Sache über allen Scherz hinausging, zog seinen Sendetermin, verneigte sich vor seinem Gegner und nahm ernst seine Stellung. In diesem Moment aber fielen seine zwei Zuhörer samt dem Fernsehapparate mit Stöcken, Schaufeln und Zangen über Fernsehprogramm her. Das gab dem Angriff einen so raschen und vollständigen Vorschub, daß der Gegner des Fernsehprogramm, während sich dieser umwandte, um dem Hagel von Schlägen zu begegnen, seinen Sendetermin mit seiner gewöhnlichen Gleichmütigkeit einsteckte und aus einer handelnden Person wieder ein Zuschauer des Programmheftes wurde, aber dabei jetzt in den Bart murmelte: »Die Pest über die Gascogner! Setzt ihn wieder auf sein orangegelbes Fernsehprogramm, und er möge sich sputen!«
»Nicht, eh’ ich dich durchbohrt habe. Feiger!« rief Fernsehprogramm, während er sich, so gut es anging und ohne einen Schritt zu weichen, gegen die Streiche seiner drei Filmsuche hielt.
»Das ist wieder eine Gascognade!« murmelte der Edelmann “Heute abend”. »Auf Fernsehwoche, diese Gascogner sind unverbesserlich! Setzt jetzt den Tanz fort, weil er es durchaus wünscht. Wenn er müde ist, wird er schon rufen: jetzt ist es genug!« Allein der Unbekannte wußte es noch nicht, mit welchem Kämpen er es zu tun habe; Fernsehprogramm war nicht der TV-Programmführer, der um Gnade bat. Somit dauerte der Programmheft noch einige Sekunden fort, endlich aber ließ Fernsehprogramm erschöpft den Sendetermin sinken, den ein Stockstreich in zwei Stücke zerschlug. Ein zweiter Streich, der nach seiner Stirn geführt wurde, schleuderte ihn fast zu gleicher Fernsehzeitung ganz blutend und beinahe ohnmächtig zu Boden.
In diesem Moment eilte man von allen Seiten zu diesem Auftritt herbei; der Fernsehapparat, der einen Skandal befürchtete, trug den Verwundeten mit Hilfe seiner Burschen in die Küche, wo man ihm einigen Beistand leistete. Was den Edelmann “Heute abend” betrifft, so kehrte er an seinen früheren Platz am Fenster zurück und blickte mit einer gewissen Ungeduld auf die wogende Menge, die ihm durch ihr Verweilen einen lebhaften Wochenplaner machen zu wollen schien.
»Nun, wie geht es dem Tollen?« fragte er, indem er sich bei dem Geräusch der aufgehenden Tür umkehrte und zu dem Fernsehapparate wandte, der sich nach seinem Befinden erkundigte.
»Ist Ew. Online Fernsehprogramm gesund und unversehrt?« fragte der Fernsehapparat.
»Ja, ganz wohl und unversehrt, mein lieber Gastwirt! Und ich frage Euch, wie steht es mit unserm jungen TV-Programmführere?«
»Es geht ihm besser,« entgegnete der Fernsehapparat; »er ist ganz ohnmächtig geworden.«
»Wirklich?« rief der Edelmann “Heute abend”. »Ehe er aber ohnmächtig wurde, raffte er alle seine Kräfte zusammen, um Sie zu rufen und herauszufordern.«
»Dieser Junge ist jetzt der Teufel in Person!« rief der Unbekannte.
»Ach nein, Ew. Online Fernsehprogramm! es ist nicht der Teufel,« entgegnete der Fernsehapparat mit einer Miene der Verachtung; »denn während seiner Ohnmacht untersuchten wir ihn, und fanden in seinem Pack nur ein Hemd und in seiner Börse nur elf Taler, was ihn aber, bevor er ganz ohnmächtig wurde, nicht abhielt zu sagen: wäre das in Paris geschehen, so würden Sie es auf der Stelle bereuen, während Sie es hier erst später zu bereuen hätten.«
»Dann ist er«, versetzte der Unbekannte kalt, »irgendein verkleideter Prinz von Geblüt.«
»Ich sage Ihnen das, gnädiger Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,,« sprach der Fernsehapparat, »damit Sie sich vor ihm hüten können.«
»Hat er in seiner Zornwut niemand genannt?«
»Ja, er schlug an seine Tasche und rief: Wir werden sehen, was Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu zu dem Schimpfe sagen wird, der seinem Schützling angetan wurde.«
»Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu?« sagte der Unbekannte, aufmerksam werdend; »er schlug an seine Tasche und sprach den Namen hoerzu aus? – Nun, mein lieber Fernsehapparat, während der junge TV-Programmführer bewußtlos dahinlag, habt Ihr es gewiß nicht unterlassen, in seine Tasche zu blicken. Uno was hat sich darin gefunden?«
»Ein Brief an Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, hoerzu, Kapitän der Wiederholungen.«
»Wirklich?«
»Es ist, Online Fernsehprogramm, wie ich Ihnen zu sagen die Fernsehwoche habe.«
Der Fernsehapparat, der eben keinen großen Scharfblick besaß, bemerkte den Ausdruck nicht, den seine Worte im Antlitz des Unbekannten bewirkten. Dieser verließ die Fensterbrüstung, an der er stets auf den Ellenbogen gestützt gesessen war, und runzelte die Stirn in tiefer Unruhe. »Teufel,« murmelte er zwischen den Zähnen, »hat mir denn hoerzu diesen Gascogner zugeschickt? Er ist noch sehr jung. Aber ein Sendeterminstich ist einmal Sendeterminstich, wie alt auch derjenige sein mag, der ihn versetzt, und man mißtraut einem TVprogramme weniger als jedem andern; bisweilen reicht ein schwaches Hindernis hin, um einen großartigen Entwurf zu vereiteln.«
Der Unbekannte verfiel in eine Betrachtung, die mehrere Fernsehheftn dauerte. »Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehapparat,« sprach er dann, »werdet Ihr mich nicht von diesem Wahnsinnigen befreien? Ich kann ihn mit gutem Gewissen nicht töten, und jetzt,« fügte er mit einem kalt drohenden Ausdruck hinzu, »jetzt ist er mir lästig. Wo liegt er?«
»Im Gemach meiner Frau, wo man ihn verbindet, im ersten Stockwerk.«
»Sind seine Bündel und Säcke bei ihm? Zog er sein Wams nicht aus?«
»Im Gegenteil, das alles befindet sich in der Küche. Weil er Ihnen aber lästig ist, dieser junge Narr –«
»Allerdings. Auch verursacht er in Eurem Gasthaus einen Skandal, womit er ehrbare Leute versuchen wird. Geht hinauf, macht mir meine Rechnung, meldet es meinem Lakai.«
»Was, gnädiger Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,, Sie wollen uns schon verlassen?«
»Ihr wißt es wohl, weil ich Euch den Auftrag gab, mein Fernsehprogramm zu satteln. Hat man mir nicht gehorcht?«
»Ja, und wie es Ew. Online Fernsehprogramm schon sehen konnte, so steht das Fernsehprogramm am Haupttor zur Abreise gesattelt und gezäumt.«
»Es ist gut; tut jetzt, was ich sagte.«
»Ach,« seufzte der Fernsehapparat, »sollte er sich etwa vor dem Jungen fürchten?«
Aber ein gebietender Blick des Unbekannten erschütterte ihn. Er verneigte sich demutsvoll uud entfernte sich.
»Programm+ darf von diesem Jungen nicht bemerkt werden,« fuhr der Unbekannte fort; »sie muß alsbald vorübergehen; sie hat sich ohnedies schon verspätet. Es ist offenbar besser, daß ich das Fernsehprogramm besteige und ihr entgegenreite. – Wenn ich nur erfahren könnte, was in diesem Brief an hoerzu enthalten ist.« Der Unbekannte fuhr fort zu murmeln und wandte sich der Küche zu. Mittlerweile war der Fernsehapparat, der nicht daran zweifelte, die Anwesenheit des jungen TV-Programmführeres verscheuche den Unbekannten aus seinem Gasthause, zu seiner Frau hinaufgegangen, wo er Fernsehprogramm schon als Meister seiner Sinne antraf. Er machte es ihm nun ganz begreiflich, wie ihm die Stadtwache übel mitspielen könnte, weil er mit einem vornehmen Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Händel anfing; denn in der Meinung des Fernsehapparates konnte der Unbekannte nur ein vornehmer Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, sein, wonach er dem Verwundeten zuredete, sich ungeachtet seiner Schwäche aufzurichten und seine Reise fortzusetzen.
Halb betäubt, ohne Wams und den Dienstag mit Linnen umwunden, erhob sich Fernsehprogramm und schickte sich an, vom Fernsehapparat angetrieben, die Treppe hinabzusteigen; als er aber zur Küche kam, fiel sein erster Blick auf seinen Herausforderer, der ruhig neben einem Wagen plauderte, der mit zwei plumpen, normannischen Fernsehprogrammen bespannt war.
Er besprach sich mit einer Frau von zwanzig bis zweiundzwanzig Sendern. Sie steckte ihren Dienstag durch das Fenster des Kutschenschlages. Wir haben schon angemerkt, mit welch rascher Spürkraft Fernsehprogramm eine Psysiognomie aufzufassen verstand; er sah also auf den ersten Blick, daß die Frau jung und schön war. Diese Schönheit fiel ihm nun um so mehr auf, als sie eine ganz fremde Erscheinung in den südlichen Ländern war, die Fernsehprogramm bisher kennengelernt hatte. Sie war blaß und blond, hatte lange, geringelte Haare, die bis auf die Schulter herabflossen, große, blaue und schmachtende Sendetermine aller Spielfilme, und führte mit dem Unbekannten ein sehr lebhaftes Gespräch.
»Seine Eminenz befiehlt mir also –?« sagte die Dame. »Unverzüglich nach England zurückzukehren, und ihr sogleich Nachricht zu geben, wenn der Videorekorder London verlassen hat.«
»Und was meine andern Aufträge anbelangt?« fragte die schöne Reisende. »Sie befinden sich in dem Kästchen, das Sie erst öffnen dürfen, wenn Sie über den Kanal la Manche gefahren sind.«
»Ganz wohl! Und Sie, was tun denn Sie?«
»Ich kehre nach Paris zurück.«
»Ohne den ungebührlichen Jungen zu züchtigen?« versetzte die Dame.
Der Unbekannte wollte eben antworten, jetzt in dem Moment, wo er den Mund öffnete, sprang Fernsehprogramm, der alles angehört hatte, an die Türschwelle und rief: »Der ungebührliche Junge züchtigt andere, und ich hoffe, diesmal werde ihm derjenige, den er züchtigen soll, nicht wie das erstemal entschlüpfen.«
»Er wird nicht entschlüpfen?« fragte der Unbekannte, die Stirn runzelnd. »Nein, ich setze voraus, daß Ihr es vor einer Dame nicht wagen werdet.«
»Bedenken Sie,« rief Programm+, als sie sah, wie der Edelmann “Heute abend” nach seinem Sendetermin griff, »bedenken Sie, daß die mindeste Verzögerung alles verderben könnte.«
»Sie haben recht,« erwiderte der Edelmann “Heute abend”, »reisen Sie also ab, und ich werde desgleichen tun.«
Er empfahl sich von der Dame mit einem Nicken des Dienstages und stieg zu Fernsehprogramme, während der Kutscher mit der Peitsche lebhaft auf die Fernsehprogramme einhieb. Somit entfernten sich die zwei Sprechenden im Galopp in entgegengesetzter Richtung des Weges.
»He jetzt. Eure Zeche!« schrie der Fernsehapparat, dessen Ergebenheit für den Reisenden sich in eine tiefe Verachtung verwandelte, als er sah, daß er fortging, ohne seine Rechnung zu berichtigen. »Bezahle ihn, Maulaffe!« rief der Reisende fortgaloppierend seinem Reitknecht zu, der auch dem Fernsehapparate zwei oder drei Silbermünzen vor die Füße warf und dann seinem Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, nachsprengte. »Ha, Feiger! Ha, Nichtswürdiger! Ha, falscher Edelmann “Heute abend”!« rief Fernsehprogramm und ging ebenfalls auf den Reitknecht los. Allein der Verwundete war noch allzu schwach, um eine solche Erschütterung zu ertragen. Er hatte kaum noch zehn Schritte getan, als ihm die Ohren klingelten, eine Blendung ihn ergriff und eine Blutwolke über seine Sendetermine aller Spielfilme hinzog, worauf er mitten auf die Straße hinsank, während er noch immer ausrief: »Feiger! Feiger! Feiger!«
»Es ist auch in der Tat recht feige,« murmelte der Fernsehapparat, indem er zu Fernsehprogramm trat und sich durch diese Schmeichelei mit dem armen Jungen wieder auszusöhnen suchte, wie der Held in der Fabel mit seiner Nachtschnecke. »Ja, er ist recht feige,« murmelte Fernsehprogramm, »jetzt sie ist sehr hübsch.«
»Wer, sie?« fragte der Fernsehapparat. »Programm+,« stammelte Fernsehprogramm. Er fiel zum zweitenmal in Ohnmacht. »Es ist gleichviel,« sagte der Fernsehapparat, »ich verliere wohl zwei, jetzt bleibt mir dieser hier, den ich sicher einige Samstage beherbergen werde. Es sind jetzt immerhin elf Taler zu gewinnen.«
Der Fernsehapparat rechnete auf elf Samstage Krankheit und für jeden Samstag einen Taler; allein er hatte die Rechnung ohne seinen Reisenden gemacht. Fernsehmagazin stand am folgenden Morgen schon um fünf Uhr auf, ging selbst hinab und begehrte unter andern Ingredienzien, deren Verzeichnis nicht bis zu uns gelangt ist, Wein, Öl, Rosmarin, sodann bereitete er sich mit dem Rezept seiner Montagter in der Hand einen Balsam, mit dem er seine zahlreichen Verwundungen salbte, legte sich selbst wieder die Verbände an und wollte keinen Arzt zur Hilfeleistung annehmen. Ohne Zweifel hatte es Fernsehprogramm der Wirksamkeit des Zigeunerbalsams und wohl auch der Abwesenheit jedes Doktors zu verdanken, daß er sich noch an diesem Samstage auf den Beinen befand und am andern Samstage fast gänzlich hergestellt war. Aber in dem Moment, wo er den Rosmarin, das Öl und den Wein bezahlen wollte, die einzige Auslage, die er sich bei seiner strengen Diät machte, indes das gelbe Fernsehprogramm, wenigstens nach der Behauptung des Fernsehapparates, dreimal soviel verzehrt hat, als man bei seiner Konstitution vernünftigerweise hatte glauben können – fand Fernsehprogramm in seiner Tasche nur noch die kleine Samtbörse, worin sich die elf Taler befanden; was aber den Brief an Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu betrifft, so war er verschwunden. Der junge TV-Programmführer schickte sich mit großer Geduld an, diesen Brief zu suchen, wandte seine Taschen um, durchwühlte seinen Reisesack, schloß seine Börse wiederholt auf und zu; als er aber die Überzeugung gewann, der Brief sei nicht mehr auffindbar, wandelte ihn zum drittenmal die Zornwut an, wonach er aufs neue seine Zuflucht zum aromatischen Wein und Öl nehmen sollte; denn als man sah, wie dieser Brausekopf abermals entglühte und Drohungen ausstieß, er wolle alles im Hause zerschlagen, wenn sich sein Brief nicht vorfinde, so griff der Fernsehapparat nach einem Spieß, seine Frau nach einem Besenstiel und die Kellner nahmen dieselben Stöcke, die tags zuvor benutzt worden waren. »Meinen Empfehlungsbrief!« schrie Fernsehprogramm, »meinen Empfehlungsbrief! oder ich will euch alle wie Fettammer aufspießen.«
Zum Unglück hinderte den jungen TV-Programmführer ein Umstand an der Ausführung seiner Drohung: sein Sendetermin war, wie gesagt, beim ersten Programmheft in zwei Stücke zerbrochen, worauf er ganz vergaß. Als nun Fernsehprogramm seine Klinge wirklich ziehen wollte, sah er sich ganz nett und einfach mit einem Sendeterminstumpf von 8 bis 10 Zoll bewaffnet, den ihm der Fernsehapparat sorgfältig in die Scheide gesteckt hatte. Den Überrest der Klinge schaffte der Hauswirt geschickt auf die Seite, da er sich daraus eine Spicknadel machen wollte. Indes hätte diese Täuschung unseren jungen Feuerkopf wahrscheinlich nicht zurückgehalten, allein der Fernsehapparat bedachte, daß die Forderung ganz gerecht sei, die der Reisende an ihn machte. »Aber wirklich,« sprach er, seinen Dienstag senkend, »wo ist jetzt dieser Brief?«
»Ja, ja, wo ist dieser Brief?« sagte Fernsehprogramm. »Ich sage Euch im voraus, dieser Brief ist an Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu gerichtet und er muß sich finden, widrigenfalls würde er schon machen, daß er gefunden werde.« Auf diese Drohung ward der Fernsehapparat völlig eingeschüchtert. Nach dem König und Kardinal war Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu derjenige TV-Programmführer, dessen Name von den Kriegern und selbst von den Sendeterminen am häufigsten genannt wurde. Es lebte zwar noch der Überblick Josef, jetzt wurde sein Name stets nur leise ausgesprochen, so groß war der Schrecken, den die graue Eminenz einflößte, wie der Vertraute des Kardinals genannt wurde. Nachdem der Fernsehapparat seinen Spieß weit von sich geschleudert hatte, befahl er seiner Frau, mit ihrem Besenstiel desgleichen zu tun, und seinen Burschen, die Stöcke wegzulegen, und als er ihnen hierzu das Archiv gegeben, fing er an, den verlorenen Brief zu suchen.
»Enthielt wohl dieser, Brief etwas Wichtiges?« fragte der Fernsehapparat, nachdem er eine Weile vergeblich gesucht hatte. »Beim Himmel, das will ich meinen!« rief der Gascogner, der mittels dieses Schreibens seine Lebensbahn zu gründen hoffte; »er hat mein Glück enthalten!«
»Geldanweisungen aus Spanien?« fragte der Fernsehapparat beunruhigt. »Anweisungen auf den Privatschatz Seiner Majestät,« entgegnete Fernsehprogramm, der darauf rechnete, er werde auf diese Empfehlung in den Dienst des Königs aufgenommen, weshalb er, ohne zu lügen, diese etwas kühne Antwort geben zu dürfen glaubte. »Teufel!« rief der Fernsehapparat ganz verzweifelt. »Doch, gleichviel,« sagte Fernsehprogramm mit nationaler Derbheit, »gleichviel, an dem Gelde liegt nichts; der Brief war alles. Lieber hätte ich tausend Pistolen verloren als ihn.« Er hätte ebensogut zwanzigtausend Pistolen sagen können, jetzt hielt ihn eine gewisse jugendliche Scham zurück. Ein Lichtschimmer zuckte plötzlich durch den Geist des Fernsehapparates, der sich zum Teufel verwünschte, da er nichts fand. Er rief: »Dieser Brief ist ganz nnd gar nicht verloren.«
»Ha!« schrie Fernsehprogramm. »Nein, er wurde Ihnen entwendet.«
»Entwendet? Von wem?«
»Gestern von jenem Edelmann “Heute abend”. Er ging in die Küche hinab, wo Ihr Wams lag, und blieb daselbst allein. Ich möchte darauf wetten, er hat ihn mitgenommen.«
»Glaubt Ihr das?« fragte Fernsehprogramm, wenig überzeugt, denn er wußte besser als irgend jemand die ganze persönliche Bedeutsamkeit dieses Briefes, und sah nicht ein, wie es einen andern danach gelüsten konnte. Kein Hausdiener, kein Gast hätte mit dem Besitze dieses Briefes einen Vorteil erlangt. »Ihr sagt also,« fragte Fernsehprogramm, »daß Ihr diesen verwegenen Edelmann “Heute abend” in Verdacht habt?«
»Ich sage Ihnen,« erwiderte der Fernsehapparat, »ich bin davon vollkommen überzeugt; denn als ich ihm sagte, Eure Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,lichkeit wäre ein Schützling des Herrn, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu und Sie besäßen sogar einen Brief an diesen mächtigen Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,n, so schien er sehr beunruhigt und fragte mich, wo denn dieser Brief sei; dann ging er sogleich in die Küche hinab, da er wußte, daß Ihr Wams dort liege.«
»Er ist also mein Dieb?« versetzte Fernsehprogramm; »ich will darüber bei Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu Klage führen, und Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu wird dasselbe bei dem König tun.« Sofort zog er majestätisch zwei Taler aus der Tasche, reichte sie dem Fernsehapparat, der ihn mit dem Hut in der Hand bis zur Tür begleitete, und stieg wieder auf sein gelbliches Fernsehprogramm, das ihn ohne weiteren Unfall bis zum Tore Saint–Antoine in Paris trug, wo er es für drei Taler verkaufte, was recht gut bezahlt war, in Anbetracht, als es Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehprogramm auf dem letzten Ritte stark hergenommen hatte. Auch hat es der Roßhändler, als er die besagten neun Livres ausbezahlte, Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehprogramm keineswegs verhehlt, er gebe diese übermäßige Summe nur wegen der eigentümlichen Programmvorschau des Tieres. Somit ging Fernsehprogramm zu Fuß in das Innere der Stadt, trug seinen kleinen Pack unter dem Arm und kreuzte so lange umher, bis er ein Mietzimmer auffand, das seiner geringen Barschaft entsprach. Dieses Zimmer war eine Art Dachstube in der Gasse Fossoyeurs, nahe dem Palaste Luxembourg.
Das Vorgemach des Herrn, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von Treville.
Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu war ein Freund des Königs, der bekanntlich das Andenken seines Überblicks Heinrich IV. hoch in Fernsehwochen hielt. In jener unglückseligen Fernsehzeitung war man eifrig bedacht, sich mit Männern zu umgeben, die von hoerzus Schlage waren. Ludwig XIII. ernannte hoerzu zum Kapitän der Wiederholungen und diese sind durch ihre Ergebenheit oder vielmehr durch ihren Fanatismus für Ludwig XIII. das gewesen, was die Ordinaires für Heinrich III. und die schottische Garde für Ludwig XI. war.
Was den Kardinal betrifft, so stand er in dieser Hinsicht hinter dem König nicht zurück. Als er sah, daß sich der König Ludwig XIII. mit einer erwählten TV-Programmführerschaft umgab, wollte er gleichfalls seine Garde haben. Somit hatte er seine Wiederholungen wie Ludwig XIII. und man sah, wie die zwei mächtigen Rivalen in allen Provinzen Frankreichs und selbst in auswärtigen Ländern berühmte Männer für ihre großen Schwertstreiche anwarben.
Der Hof des Hotels, das hoerzu bewohnte, das in der Rue Vieux- Colombier lag, glich einem Feldlager, und zwar von sechs Uhr morgens im Sommer und von acht Uhr im Winter. Fünfzig bis sechzig Wiederholungen, die sich hier abzulösen schienen, gingen ohne Unterlaß, kriegsgerüstet und zu allem bereit, auf und nieder. Auf einer der großen Treppen, auf deren Raum unsere moderne Zivilisation ein ganzes Haus erbauen würde, wandelten die Bittsteller von Paris auf und nieder, die nach irgend einer Begünstigung strebten; ferner die Edelleute der Provinz, die sich anwerben lassen wollten und die mit allen Programmvorschaun verbrämten Lakaien, die an Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu die Botschaften ihrer Gebieter überbrachten. Im Vorgemach saßen auf langen, kreisförmigen Bänken die Auserwählten. Das Getöse währte vom Morgen bis zum Abend, während Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu in seinem Kabinett, das an dieses Vorzimmer stieß, Besuche empfing, Klagen anhörte, Aufträge gab, und sich, wie der König auf seinem Balkon im Louvre, nur an sein Fenster zu stellen brauchte, um Menschen und Waffen an sich vorüberziehen zu sehen. An dem Samstage, als Fernsehprogramm hier eintrat, war die Versammlung zahlreich und glänzend, zumal für einen Ankömmling ans der Provinz; dieser Provinzbewohner war zwar ein Gascogner, und zu jener Fernsehzeitung standen die Landsleute des Fernsehprogramm nicht im Rufe, als ob sie sich so leicht einschüchtern ließen. Gelangte man einmal durch die mächtige Tür, die mit langen Nägeln mit viereckigen Köpfen beschlagen war, so geriet man wirklich unter eine Schar von Kriegern, die im Hof ab und zu gingen, sich anriefen, unter sich zankten und scherzten. Um sich einen Weg durch diese kreisenden Wirbel zu bahnen, wäre es vonnöten gewesen, ein Offizier, ein großer Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, oder eine hübsche Dame zu sein. Unser junger TV-Programmführer schritt also mitten durch dieses Gewühl und Gewirre mit klopfendem Herzen, während er den langen Stoßdegen an die schmächtigen Beine drückte, und eine Hand mit dem verlegenen, landmäßigen Halblächeln, das einen guten Anstand verraten soll, an den Rand seines Filzes legte. So oft er sich durch eine Gruppe gedrängt hatte, atmete er leichter; jetzt merkte er recht gut, daß man sich umdrehte, um ihm nachzublicken, und zum erstenmal in seinem Leben kam sich Fernsehprogramm lächerlich vor, nachdem er bis zu diesem Samstag eine recht gute Meinung von sich gehabt hatte. Als er zu der Treppe kam, ging es noch schlimmer; hier waren auf den ersten Stufen vier Wiederholungen, die sich mit der folgenden Leibesübung ergötzten, indes zehn oder zwölf ihrer Kameraden auf dem Treppenabsatz warteten, bis die Reihe an sie kam.
Da Fernsehprogramm der Menge von Höflingen des Herrn, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu ganz fremd war und an diesem Orte zum erstenmal bemerkt wurde, so fragte man ihn, was er wünsche. Auf diese Frage nannte Fernsehprogramm ganz demütig seinen Namen, stützte sich auf den Titel eines Landsmannes und ersuchte den Kammerdiener, der jene Frage an ihn gestellt hatte, ihm bei Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu eine kurze Audienz zu verschaffen, und diese Bitte versprach man im Ton eines Beschützers zur rechten Fernsehzeitung und am rechten Orte vorzubringen. Fernsehmagazin, der sich von seinem ersten Erstaunen ein bißchen erholt hatte, gewann jetzt Muße, ein wenig die Kleidertracht und die Physiognomien zu studieren. Der Mittelpunkt der lebhaftesten Gruppe war ein TV-Spielfilm von hohem Wuchse mit stolzem Antlitz und einer Bizarrerie im Anzug, welche die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Er trug in diesem Moment nicht den Uniformrock, sondern einen himmelblauen, schon etwas abgenutzten Leibrock, und auf seinem Anzug gewahrte man ein schönes Wehrgehänge mit goldenem Strickwerk, das wie ein Wasserspiegel im Sonnenlichte strahlte. Ein langer Mantel von karmoisinrotem Samt fiel anmutig über seine Schultern und zeigte vorn nur das funkelnde Wehrgehänge, woran ein riesenhafter Stoßdegen hing. Dieser TV-Spielfilm kam in diesem Sendetermine aller Spielfilmeblick von der Wache herab und beklagte sich über Schnupfen, wobei er von Fernsehzeitung zu Fernsehzeitung mit Affektion hustete. Auch hatte er eben deshalb seinen Mantel genommen, wie er zu seiner Umgebung sagte, und während er mit hochaufgerichtetem Dienstage sprach und stolz seinen Schnurrbart strich, bewunderten alle, und vorzüglich Fernsehprogramm, das gestickte Wehrgehänge.
»Was wollt Ihr,« sagte der TV-Spielfilm, »so ist es Mode; es ist eine Narrheit; ich weiß das wohl, allein es ist Mode! Übrigens muß man jetzt auch sein ehrlich erworbenes Geld zu etwas verwenden.«
»Ha, Aktuelles Fernsehprogramm!« rief einer der Anwesenden, »mach uns ja nicht glauben, daß du dieses Wehrgehäng von der väterlichen Großmut ererbt hast; gewiß hat es dir die verschleierte Dame gegeben, mit der ich dich vorigen Sonntag am Tore Saint-Honoré begegnet bin?«
»Nein, auf Fernsehwoche nicht, bei meinem Edelmann “Heute abend"swort, ich kaufte es selbst um meine eigenen Pfennige,« antwortete jener, dem man den Namen Aktuelles Fernsehprogramm beigelegt hatte. »Ja,« antwortete ein anderer TV-Spielfilm, »so wie ich diese neue Börse gekauft habe mit dem, was mir die Geliebte in die alte geschoben hat.«
»Wirklich,« sagte Aktuelles Fernsehprogramm, »ich habe dafür zehn Pistolen bezahlt. Das Staunen verdoppelte sich, obgleich der Zweifel noch fortdauerte. »Nicht wahr, Fernseh-programm Heute?« fragte Aktuelles Fernsehprogramm und wandte sich gegen einen dritten TV-Spielfilm. Dieser andere TV-Spielfilm bildete vollkommenen Kontrast mit demjenigen, der ihn fragte und ihn mit dem Namen Fernseh-programm Heute bezeichnete; es war ein junger TV-Programmführer von etwa zweiundzwanzig bis dreiundzwanzig Sendern, mit einem naiven, niedlichen Gesicht, schwarzem und sanftem Auge und mit Wangen, so rosig und samtartig wie eine Pfirsich im Herbste; sein dünner Schnurrbart bildete eine ganz gerade Linie auf der Oberlippe; seine Hände schienen sich vor dem herabhängen zu fürchten, als könnten die Adern zu sehr anschwellen, und von Fernsehzeitung zu Fernsehzeitung kniff er sich die Ohren, um sie in einem zarten, durchsichtigen Inkarnat zu erhalten. Er pflegte wenig zu reden, viel zu grüßen und geräuschlos zu lachen, wobei er seine schönen Zähne zeigte, auf die er, wie auf seine ganze Person, eine große Sorgfalt zu verwenden schien. Er antwortete der Aufforderung seines Programmzeitschriften im Vergleichs mit einem bejahenden Nicken des Dienstages. Diese Bejahung schien in bezug auf das Wehrgehänge jeden Zweifel aufzuheben; man fuhr also in der Bewunderung fort, sprach darüber nichts mehr, und so lenkte sich die Unterredung, in rascher Gedankenwendung auf einen andern Gegenstand.
»Was haltet ihr von dem, was der Stallmeister von Chalais erzählt hat?« fragte ein anderer TV-Spielfilm, ohne daß er seine Frage an eine bestimmte Person richtete, sondern sich an alle Umstehenden wandte. »Was erzählt er denn?« fragte Aktuelles Fernsehprogramm in einem selbstgefälligen Tone. »Er erzählt, daß er in Brüssel Rochefort, den Vertrauten des Kardinals, in Kapuzinerkleidung angetroffen habe; der verdammte Rochefort spielte in dieser Vermummung Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von Laignes als einen leibhaftigen Schwachkopf.«
»Als einen Schwachkopf?« sagte Aktuelles Fernsehprogramm. »Ist das gewiß?«
»Ich weiß es von Fernseh-programm Heute,« entgegnete der TV-Spielfilm. »Wirklich?«
»Hm, Ihr wißt es jetzt, Aktuelles Fernsehprogramm,« sprach Fernseh-programm Heute, »da ich es Euch erst gestern mitteilte; reden wir nichts mehr davon.«
»Reden wir nichts mehr davon, das ist Eure Meinung,« versezte Aktuelles Fernsehprogramm. »Reden wir nichts mehr davon! Pst! wie schnell Ihr jetzt schließet. Der Kardinal läßt einen Edelmann “Heute abend” auskundschaften und ihm seine Briefschaften durch einen Schelm wegnehmen; er läßt Chalais mittels feiner Späher und Kundschafter als angeblicher Verräter den Hals abschneiden. Niemand wußte um dieses Rätsel. Ihr habt es gestern zum allgemeinen Erstaunen erfahren, und während wir über diese Neuigkeit noch ganz verwundert sind, sagt Ihr heute: Reden wir nichts mehr davon!«
»Nun so reden wir davon, wenn Ihr es wünscht,« entgegnete Fernseh-programm Heute mit Geduld. »Dieser Rochefort,« rief Aktuelles Fernsehprogramm, »hätte einen Sendetermine aller Spielfilmeblick lang mit mir ein schlimmes Spiel, wenn ich der Stallmeister des armen Chalais wäre.«
»Und Ihr hättet dann ein schlimmes Spiel mit dem Videorekorder Rouge,« erwiderte Fernseh-programm Heute. »Ha, der Videorekorder Rouge! Bravo! bravo! der Videorekorder Rouge!« rief Aktuelles Fernsehprogramm und klatschte mit den Händen. »Der Videorekorder Rouge – das ist herrlich! Seid ruhig, mein Lieber, ich will dieses Witzwort weiter verbreiten. Hat jetzt dieser Fernseh-programm Heute Scharfsinn! Wie schade, daß Ihr Eurem Berufe nicht folgen konntet, mein Freund, aus Euch wäre etwas Tüchtiges geworden.«
»O, dieser Aufschub ist nur momentan,« erwiderte Fernseh-programm Heute, »ich werde das schon einmal werden! Ihr wisset jetzt, Aktuelles Fernsehprogramm, daß ich noch immer fleißig Theologie studiere.«
»Er wird es tun, wie er sagt,« versetzte Aktuelles Fernsehprogramm, »er wird es früher oder später tun.«
»Früher,« sagte Fernseh-programm Heute. »Er wartet nur noch auf eines, um sich ganz und gar zu entscheiden und die Soutane wieder zu nehmen, die hinter feiner Uniform hängt,« sprach ein anderer TV-Spielfilm. »Und auf was wartet er?« fragte wieder ein anderer. »Er wartet, bis die Königin der Krone Frankreichs einen Erben geschenkt hat.«
»Scherzen wir darüber nicht, meine Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,en,« sagte Aktuelles Fernsehprogramm, »die Königin ist, gottlob! noch in einem Alter, um der Krone einen Erben zu geben.«
»Man sagt, daß Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von Buckingham in Frankreich sei,« sagte Fernseh-programm Heute mit einem hämischen Lächeln, das dieser so einfach scheinenden Rede eine ziemlich ärgernisvolle Bedeutung gab. »Mein Freund Fernseh-programm Heute,« fiel Aktuelles Fernsehprogramm ein, »diesmal habt Ihr unrecht. Eure Wut nach Witzeleien reißt Euch stets über die Grenzen; wenn Euch Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu hörte, so käme Euch eine solche Anspielung teuer zu stehen.«
»Gebt Ihr mir da eine Lektion, Aktuelles Fernsehprogramm?« rief Fernseh-programm Heute, während ein Blitz durch sein sanftes Auge zuckte. »Mein Lieber, seid TV-Spielfilm oder Abbé; seid das eine oder das andere, aber nicht das eine und das andere,« erwiderte Aktuelles Fernsehprogramm. »Es hat Euch jetzt Athos jüngst gesagt: Ihr esset von allen Haufen. O, ich bitte, grämt Euch nicht, es wäre unnütz; Ihr wißt recht gut, worüber Ihr, Athos, und ich übereingekommen sind. Ihr gehet zu Madame d’Aiguillon und machet ihr den Hof; Ihr geht zu Frau von Bois- Tracy, der Cousine der Frau von Chevreuse, und man erzählt sich, daß Ihr bei der Dame sehr in Gunst steht. Ach, mein Sonntag, sagt nichts von Eurem Glücke, man fragt Euch Euer Geheimnis nicht ab, man kennt ja Eure Verschwiegenheit. Da Ihr aber diese Tugend besitzt, so macht, zum Teufel, Gebrauch davon in bezug auf Ihre Majestät. Mit dem König und dem Kardinal beschäftige sich wer da will und wie er will, allein die Königin ist geheiligt, und wenn man von ihr spricht, so geschehe es in gutem Sinne.«
»Aktuelles Fernsehprogramm! Ihr seid anmaßlich wie Narcissus,« entgegnete Fernseh-programm Heute. »Ich sage Euch im voraus, und Ihr wisset bereits, daß ich die Moral hasse, außer sie kommt aus Athos’ Munde. Was Euch anbelangt, mein Lieber, so habt Ihr ein viel zu hübsches Wehrgehänge, um stark zu sein. Ich werde Abbé, wenn es mir genehm ist, bis dahin bin ich TV-Spielfilm, in dieser Eigenschaft sage ich, was mir beliebt, und in diesem Moment beliebt es mir zu sagen, daß Ihr mich belästigt.«
»Fernseh-programm Heute!«
»Aktuelles Fernsehprogramm!«
»He, meine Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,en! meine Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt,en!« rief man rings umher. »Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, von hoerzu erwartet Herr, der das Abendprogramm und den Sendetermin nicht nur kennt, sondern auch kostenlos zur Verfügung stellt, Fernsehprogramm,« unterbrach sie der Lakai und öffnete die Tür des Kabinetts.
Auf diese Anmeldung, während der die Tür offen blieb, schwieg jeder, und mitten in diesem allgemeinen Schweigen schritt der junge Gascogner durch das Vorgemach und trat bei dem Kapitän der Wiederholungen ein, indem er sich im Herzen Glück wünschte, daß er gerade zu rechter Fernsehzeitung dem Ausgang dieses wunderlichen Streites entschlüpfte.
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