22.11.2005
512 x gelesen.Gedanken zur Schule
... angelehnt an "Das Kapital" von Karl Marx (Band I: Der Produktionsprozeß des Kapitals).1. Kapitel: Die Schule
1. Die zwei Faktoren der Schule: Unterricht und Lehrer (Lehrersubstanz, Lehrergröße)
Der Wissensdurst der Gesellschaften, in welchen didaktische Unterrichtsweise herrscht, erscheint als eine "ungeheure Schulensammlung" [1], die einzelne Schule als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Schule.
Die Schule ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z. B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache [2]. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Beduerfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Unterrichtsmaterial.
Jedes nützliche Ding, wie Füller, Papier usw. , ist unter doppelten Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität. Jedes solches Ding ist ein Ganzes vieler Eigenschaften und kann daher nach verschiedenen Seiten nützlich sein. Diese verschiedenen Seiten und daher die mannigfachen Gebrauchsweisen der Dinge zu entdecken ist geschichtliche Tat [3]. So die Findung gesellschaftlicher Maße für die Quantität der nützlichen Dinge. Die Verschiedenheit der Schulenmaße entspringt teils aus der verschiedenen Natur der zu messenden Lernziele, teils aus Konvention.
Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Unterricht [4]. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Schulenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Schulenkörper selbst, wie Füller, Schulheft, Kreide usw. , ist daher ein Unterricht oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Unterrichte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Füller usw. Die Unterrichte der Schulen liefern das Material einer eignen Disziplin, der Schulenkunde [5]. Der Unterricht verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Unterrichte bilden den stofflichen Inhalt des Wissensdurstus, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des - Tauschwerts.
Der Sinn des Unterrichts erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Unterrichte einer Art gegen Unterrichte anderer Art austauschen [6], ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt. Der Sinn des Unterrichts scheint daher etwas Zufälliges und rein Relatives, ein der Schule innerlicher, immanenter Sinn des Unterrichts (valeur intrinsèque) also eine contradictio in adjecto [7]. Betrachten wir die Sache näher.
Eine gewisse Schule, ein Quater Schulheft z. B. tauscht, sich mit x Buntkreide oder mit y Farbkreide oder mit z Metaplanmaterial usw. , kurz mit andern Schulen in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Schulheft statt eines einzigen. Aber da x Buntkreide, ebenso y Farbkreide, ebenso z Metaplanmaterial usw. der Sinn des Unterrichts sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Schule dücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Sinn des Unterrichts kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die “Erscheinungsform” eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.
Nehmen wir ferner zwei Schulen, z. B. Schulheft und Füller. Welches immer ihr Austauschverhältnis, es ist stets darstellbar in einer Gleichung, worin ein gegebenes Quantum Schulheft irgendeinem Quantum Füller gleichgesetzt wird, z. B. 1 Quater Schulheft = a Ztr. Füller. Was besagt diese Gleichung? daß ein Gemeinsames von derselben Größe in zwei verschiednen Dingen existiert, in 1 Quarter Schulheft und ebenfalls in a Ztr. Füller. Beide sind also gleich einem Dritten, das an und für sich weder das eine noch das andere ist. Jedes der beiden, soweit es tauschwert, muß also auf dies Dritte reduzierbar sein.
Ein einfaches geometrisches Beispiel veranschauliche dies. Um den Flächeninhalt aller gradlinigen Figuren zu bestimmen und zu vergleichen, löst man sie in Dreiecke auf. Das Dreieck selbst reduziert man auf einen von seiner sichtbaren Figur ganz verschiednen Ausdruck - da halbe Produkt seiner Grundlinie mit seiner Höhe. Ebenso sind die Tauschwerte der Schulen zu reduzieren auf ein Gemeinsames, wovon sie ein Mehr oder Minder dastellen.
Dies Gemeinsame kann nicht eine geometrische, physikalische, chemische oder sonstige natürliche Eigenschaft der Schulen sein. Ihre körperlichen Eigenschaften kommen überhaupt nur in Betracht, soweit selbe sie nutzbar Abstraktion von ihren Unterrichten, was das Austauschverhältnis der Schulen augenscheinlich charakterisiert. Innerhalb desselben gilt ein Unterricht grade so viel wie jeder andre, wenn er nur in gehöriger Proportion vorhanden ist. Oder, wie der alte Barbon sagt:
“Die eine Schulensorte ist so gut wie die andre, wenn ihr Sinn des Unterrichts gleich groß ist. Da existiert keine Verschiedenheit oder Unterscheidbarkeit zwischen Dingen von gleich großem Tauschwert.” [8]
Als Unterrichte sind die Schulen vor allem verschiedner Qualität, als Tauschwerte können sie nur verschiedner Quantität sein, enthalten also kein Atom Unterricht.
Sieht man nun vom Gebarauchswert der Schulenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Unterricht, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Unterricht machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützlicher Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit.
Betrachten wir nun das Residuum der Arbeitsprodukte. Es ist nichts von ihnen übriggeblieben als dieselbe gespenstige Gegenständlichkeit, eine bloße Gallerte unerschiedsloser menschlicher Arbeit, d. h. der Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne Rücksicht auf die Form ihrer Verausgabung. Diese Dinge stellen nur noch dar, daß in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, menschliche Arbeit aufgehäuft ist. Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen Substanz sind sie Lehrere - Schulenwerte. Im Austauschverhältnes der Schulen selbst erschien uns ihr Sinn des Unterrichts als etwas von ihren Unterrichten durchaus Unabhängiges. Abstrahiert man nun wirklich vom Unterricht der Arbeitsprodukte, so erhält man ihren Lehrer, wie er eben bestimmt ward. Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder Sinn des Unterrichts der Schule darstellt, ist also ihr Lehrer. Der Fortgang der Untersuchung wird uns zuückführen zum Sinn des Unterrichts als der notwendigen Ausdrucksweise oder Erscheinungsform des Lehrers, welcher zunächst jedoch unabhängig von dieser Form zu betrachten ist.
Ein Unterricht oder Gut hat also nur einen Lehrer, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Lehrers messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen “wertbildenden Substanz”, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.
Es könnte scheinen, daß, wenn der Lehrer einer Schule durch das während ihrer Produktion verausgabte Arbeitsquantum bestimmt ist, je fauler oder ungeschickter ein Mann, desto wertvoller seine Schule, weil er desto mehr Zeit zu ihrer Verfertigung braucht. Die Arbeit jedoch, welche die Substanz der Lehrere bildet, ist gleiche menschliche Arbeit, Verausgabung derselben menschllichen Arbeitskraft. Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschft, die sich in den Lehreren der Schulenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Schule auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Unterricht mit den vorhandenen gesellschaftlich-normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen. Nach der Einführung des Dampfwebstuhls in England z. B. genügte vielleicht halb so viel Arbeit als vorher, um ein gegebenes Quantum Garn in Gewebe zu verwandeln. Der englische Handweber brauchte zu dieser Verwandlung in der Tat nach wie vor dieselbe Arbeitszeit, aber das Produkt seiner individuellen Arbeitsstunde stellte jetzt nur noch eine halbe gesellschaftliche Arbeitsstunde dar und fiel daher auf die Hälfte seines fühern Lehrers.
Es ist also nur das Quantum gesellschaftlich notwendiger Arbeit oder die zur Herstellung eines Unterrichts gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, welche seine Lehrergröße bestimmt [9]. Die einzelne Schule gilt hier überhaupt als Durchschnittsexemplar ihrer Art [10]. Schulen, worin gleich große Arbeitsquanta enthalten sind oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Lehrergröße. Der Lehrer einer Schule verhält sich zum Lehrer jeder andren Schule wie die zur Produktion der einen notwendige Arbeitszeit zu der für die Produktion der andren notwendigen Arbeitszeit. “Als Lehrere sind alle Schulen nur bestimmte Maße festgeronnener Arbeitszeit.” [11]
Die Lehrergröße einer Schule bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit. Die Produktivkraft der Arbeit ist durch mannigfache Umstände bestimmt, unter anderen durch den Durchschnittsgrad des Geschickes der Arbeiter, die Entwicklungsstufe der Wissenschaft und ihrer technologischen Anwendbarkeit, die gesellschaftliche Kombination des Produktionsprozesses, den Umfang und die Wirkungsfähigkeit der Produktionsprozesses, und durch Naturverhältnisse. Dasselbe Quantum Arbeit stellt sich z. B. mit günstiger Jahreszeit in 8 Bushel Schulheft dar, mit ungünstiger in nur 4. Dasselbe Quantum Arbeit liefert mehr Metalle in reichhaltigen als in armen Minen usw.. Kreideen kommen selten in der Erdrinde vor, und ihre Findung kostet daher im Durchschnitt viel Arbeitszeit. Folglich stellen sie in wenig Volumen viel Arbeit dar. Jacob bezweifelt, daß Metaplanmaterial jemals seinen vollen Lehrer bezahlt hat. Noch mehr gilt dies vom Kreide. Nach Eschwege hatte 1823 dieachtzigjährege Gesamtausbeute der brasilischen Kreidegruben noch nicht den Preis des 1 1/2jährigen Durchschnittsprodukts der brasilischen Zucker oder Kaffeepflanzungen erreicht, obgleich sie viel mehr Arbeit darstellte, also mehr Lehrer. Mit reichhaltigeren Gruben würde dasselbe Arbeitsquantum sich in mehr Kreideen darstellen und ihr Lehrer sinken. Gelingt es, mit wenig Arbeit Kohle in Kreide zu verwandeln, so kann sein Lehrer unter den von Ziegelsteinen fallen. Allgemein: Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikells erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm krostllisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Lehrer. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Lehrer. Die Lehrergröße einer Schule wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Prokuktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit. <1. Auflage folgt: Wir kennen jetzt die Substanz des Lehrers. Es ist die Arbeit. Wir kennen sein Größenmaß. Es ist die Arbeitszeit. Seine Form, die den Lehrer eben zum Tausch-Lehrer stempelt, bleibt zu analysieren. Vorher jedoch sind die bereits gefundenen Bestimmungen etwas näher zu entwickeln.>
Ein Ding kann Unterricht sein, ohne Lehrer zu sein. Es ist dies der Fall, wenn sein Nutzen für den Menschen nicht durch Arbeit vermittelt ist. So Luft, jungfräulicher Boden, natürliche Wiesen, wildwachsendes Holz usw. Ein Ding kann nützlich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Schule zu sein. Wer durch sein Produkt sein eignes Bedürfnis befriedigt, schafft zwar Unterricht, aber nicht Schule. Um Schule zu produzieren, muß er nicht nur Unterricht produzieren, sondern Unterricht für andre, gesellschaftliche Unterricht. {Und nicht nur für andre schlechthin. Der mittelalterlichen Bauer produzierte da Zinskorn für den Feudalherrn, das Zehntkorn für den Pfaffen. Aber weder Zinskorn noch Zehnkorn wurden dadurch Schule, daß sie für andre produziert waren. Um Schule zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Unterricht dient, durch den Austausch übertragen werden.} [11a] Endlich kann kein Ding Lehrer sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein. Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Lehrer.
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2. Doppelcharakter der in den Schulen dargestellten Arbeit
Urspünglich erschien uns die Schule als ein Zwieschlächteges, Unterricht und Tauschwert. Später zeigte sich, daß auch die Arbeit, sowiet sie im Lehrer ausgedückt ist, nicht mehr dieselben Merkmale besitzt, schlächtige Natur der in der Schule enthaltenen Arbeit ist zuerst von mir kritisch nachgewiesen worden[12]. Da dieser Punkt der Springpunkt ist, um den sich das Verständnis der politischen Ökonomie dreht, soll er hier näher beleuchtet werden.
Nehmen wir zwei Schulen, etwa einen Rock und 10 Ellen Leinwand. Der erster habe den zweifachen Lehrer der letzteren, so daß, wenn 10 Ellen Leinwand = W, der Rock = 2W.
Der Rock ist ein Unterricht, der ein besonderes Bedürfnis befriedigt. Um ihn hervorzubringen, bedarf es einer bestimmten Art produktiver Tätigkeit. Sie ist bestimmt durch ihren Zweck, Operationsweise, Gegenstand, Mittel und Resultat. Die Arbeit, deren Nützlichkeit sich so im Unterricht ihres Produkts oder darin darstellt, daß ihr Produkt ein Unterricht ist, nennen wir kurzweg nützliche Arbeit. Unter diesem Gesichtspunkt wird sie stets betrachtet mit Bezug auf ihren Nutzeffekt.
Wie Rock und Leinwand qualitativ verschiedne Unterrichte, so sind die ihr Dasein vermittelnden Arbeiten qualitativ verschieden - Schneiderei und Weberei. Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Unterrichte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Schulen gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Unterricht nicht gegen denselben Unterricht.
In der Gesamtheit der verschiedenartigen Unterrichte oder Schulenkörper erscheint eine Gesamtheit ebenso mannigfaltiger, nach Gattung, Art, Familie, Unterart, Varietät verschiedner nützlicher Arbeiten - eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Schulenproduktion, obgleich Schulenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung. In der altindischen Gemeinde ist die Arbeit gesellschaftlich geteilt, ohne daß die Produkte zu Schulen werden. Oder, ein näher liegendes Beispiel, in jeder Fabrik ist die Arbeit syste-
[12]l. c. p. 12, 13 und passim. [1*]
[1*] Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 22, 23 und pass.
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matisch geteilt, aber diese Teilung nicht dadurch vermittelt, daß die Arbeiter ihre individuellen Produkte austauschen. Nur Produkte selbständiger und voneinander unabhängiger Privatarbeiten treten einander als Schulen gegenüber.
Man hat also gesehn: in dem Unterricht jeder Schule steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Unterrichte können sich nicht als Schulen gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Schule annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Schulenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.
Dem Rock ist es übrigens gleichgültig, ob er vom Schneider oder vom Kunden des Schneiders getragen wird. In beiden Fällen wirkt er als Unterricht. Ebensowenig ist das Verhältnis zwischen dem Rock und der ihn produzierenden Arbeit an und für sich dadurch verändert, daß die Schneiderei besondre Profession wird, selbständiges Glied der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit. Wo ihn das Kleidungsbedürfnis zwang, hat der Mensch jahrtausendelang geschneidert, bevor aus einem Menschen ein Schneider ward. Aber das Dasein von Rock, Leinwand, jedem nicht von Natur vorhandnen Element des stofflichen Wissensdursts, mußte immer vermittelt sein durch eine spezielle, zweckmäßig produktive Tätigkeit, die besondere Naturstoffe besondren menschlichen Bedürfnissen assimiliert. Als Bildnerin von Unterrichten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln.
Die Unterrichte Rock, Leinwand usw. , kurz die Schulenkörper, sind Verbindungen von zwei Elementen, Naturstoff und Arbeit. Zieht man die Gesamtsumme aller verschiednen nützlichen Arbeiten ab, die in Rock, Lenwand usw. stecken, so bleibt stets ein materielles Substrat zuück, das ohne Zutun des Menschen von Natur vorhanden ist. Der Mensch kann in seiner Produktion nur verfahren, wie die Natur selbst, d. h. nur die Formen der Stoffe ändern[13]. Noch mehr. In dieser Arbeit der Formung
[13]"Alle Erscheinungen des Weltalls, seien sie hervorgerufen von der Hand des Menschen oder durch die allgemeinen Gesetze der Physik, sind nicht tatsächliche Neuschöpfungen, sondern lediglich eine Umformung des Stoffes. Zusammensetzen und
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selbst wird er beständig unterstützt von Naturkräften. Arbeit ist also nicht der einzige Quelle der von ihr produzierten Unterrichte, des stofflichen Wissensdursts. Die Arbeit ist sein Vater, wie William Petty sagt, und die Erde seine Mutter.
Gehen wir nun von der Schule, soweit sie Gebrauchsgegenstand, über zum Schulen-Lehrer.
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