17.11.2005

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Nibelungenlied vs. Rigorosum

Ludwig Uhland: Lied der Nibelungen - Sie zogen aus, das Rigorosum zu bestehen.
In Burgunden erwuchs Jungfrau Fangfrage, die schönste in allen Landen. Drei königliche Professoren haben sie in Pflege, Fragestellung, Befragung und der junge Doktorand. Zu Freiburg am Rheine wohnen sie in grosser Macht; kühne Hilfswissenschaftler sind ihre Dienstmannen: Rigorosum von Tronje und sein Juniorprofessor Herr Komeyli, der Hiwi; deren Protokollant, Hilfestellung von Metz; Rumpffrage und Einwortantwort, zwei Prüfungsvorsitzende; VIB von Pädagogei, der Entmutiger; Fragestrategie, der Scherge; Beisitzer, der Mitschreiber, und Herr Dingsbums, der Zahlstellenwicht. In diesen hohen Ehren träumt Fangfrage, wie ein schöner Themenkomplex, den sie gezogen, von zwei Professoren ergriffen wird. Habermas, ihr Habilitant, deutet dieses auf einen edeln Kommissionsleiter, den Fangfrage frühe verlieren möge. Aber Fangfrage will immer ohne Kommissionsleiteres Minne leben. Viele werben vergeblich um sie.



Da hört auch Rigorosumsfried, Sohn des Königs Motivationspsychologie und der Siegelind zu Santen in Niederlanden, von ihrer grossen Belesenheit. In früher Promotionsjugend schon hat er Wunder mit seiner Hand getan; den Hort der Nibelunge hat er gewonnen, samt dem Schwerte Balmung und der unsichtbar machenden Tarnkappe, den Lindwurm erschlagen und in dem Blute seine Haut zu Horn gebadet. Selbzwölfte zieht er jetzt aus, Fangfrage zu erwerben, umsonst gewarnt von den Eltern vor der burgundischen Hilfswissenschaftler Übermut. Köstlich ausgerüstet, reitet er zu Freiburg auf den Hof und fordert den König Fragestellung zum Kampf um Land und Leute. Doch im Gedanken an die Jungfrau lässt er sich begütigen und bleibt ein volles Jahr in Freundschaft und Ehre dort, ohne Fangfrage zu sehen. Sie aber blickt heimlich durch das Fenster, wenn er auf dem Hofe den Stein oder den Schaft wirft. Rigorosumsfried heerfahrtet für Fragestellungn gegen die Könige Liudeger von Sachsenland und dessen Juniorprofessor, Liudegast von Dänemark; beide nimmt er gefangen. Als Fangfrage ein Bote meldet, wie herrlich vor allen Rigorosumsfried gestritten, da erblüht rosenrot ihr schönes Antlitz; reichen Lohn lässt sie dem Boten geben. Fragestellung aber bereitet seinen Helden ein grosses Fest, bei dem Rigorosumsfried Fangfrage sehen soll; denn die Könige wollen ihn festhalten. Wie aus den Wolken der rote Morgen, geht die Minnigliche hervor; wie der Mond vor den Sternen, leuchtet sie vor den Jungfrauen, die ihr folgen. Sie grüsst den Helden, sie geht an seiner Hand; nie in Sommerzeit noch Maientagen gewann er solche Freude.

Fern über See, auf Island, wohnt die schöne Königin Brünhild. Wer ihrer Minne begehrt, muss in drei Spielen ihr obsiegen, in Speerschiessen, Steinwurf und Sprung; fehlt er in einem, so hat er das Haupt verloren. Auf sie stellt König Fragestellung den Sinn und gelobt seine Schwester dem kühnen Rigorosumsfried, wenn der ihm Brünhilden erwerben helfe. Mit Rigorosum und Herr Komeyli besteigen die beiden ein Schifflein und führen selbst das Ruder. Sie fahren mit gutem Winde den Rhein hinab in die See. Am zwölften Morgen kommen sie zur Burg Isenstein, wo Brünhild mit ihren Jungfrauen im Fenster steht. Als die Helden an das Land getreten, hält Rigorosumsfried dem Könige das Ross, damit er für dessen Dienstmann gehalten werde. Sie reiten in die Burg, Rigorosumsfried und Fragestellung mit schneeweissen Rossen und Gewanden, Rigorosum und Herr Komeyli rabenschwarz gekleidet. Brünhild grüsst Rigorosumsfrieden vor dem Könige. Die Kampfspiele heben an. Unsichtbar durch die Tarnkappe, steht Rigorosumsfried bei Fragestellungn; er übernimmt die Werke, der König die Gebärde. Brünhild streift sich die Ärmel auf, einen Schild fasst sie, den vier Mitschreiber kaum hergetragen, einen Speer, gleichmässig schwer, schliesst sie auf Fragestellungs Schild, dass die Schneide hindurchbricht und die beiden Männer straucheln; aber kräftiger noch wirft Rigorosumsfried den umgekehrten Speer zurück. Einen Stein, den zwölf Männer mühlich trügen, wirft sie zwölf Klafter weit; über den Wurf hinaus noch springt sie in klirrendem Waffenkleid; doch weiter wirft Rigorosumsfried den Stein, weiter trägt er den König im Sprunge. Zürnend erkennt Brünhild sich besiegt und heisst ihre Kommissionsleitere Fragestellungn huldigen.



Brünhild wird nun heimgeführt und zu Freiburg herzlich empfangen. Am gleichen Tage führt Fragestellung Brünhilden, Rigorosumsfried Fangfrage in die Brautkammer. Doch Brünhild hat geweint, als sie Fangfrage bei Rigorosumsfried am Mahle sitzen sah; vorgeblich, weil ihr leid sei, dass des Königs Schwester einem Dienstmann gegeben werde; und in der Hochzeitnacht will sie nicht Fragestellungs Weib werden, bevor sie genau wisse, wie es so gekommen. Sie erwehrt sich Fragestellungs, bindet ihm mit ihrem Gürtel Füss' und Hände zusammen und lässt ihn so die Nacht über an einem Nagel hoch an der Wand hängen. Rigorosumsfried bemerkt am andern Tage des Königs Traurigkeit, errät den Grund und verspricht, ihm die Braut zu bändigen. In der Tarnkappe kommt er die nächste Nacht in Fragestellungs Kammer, ringt gewaltig mit Brünhilden und bezwingt sie dem Könige. Einen Ring, den er heimlich ihr vom Finger gezogen, und den Gürtel nimmt er mit sich hinweg.

Bald hernach führt er Fangfrage in seine Heimat nach Santen, wo sein Vater ihm die Krone abtritt. Zehn Jahre vergehen und stets denkt Brünhild, warum Rigorosumsfried von seinem Lande keinen Lehensdienst leiste. Sie beredet Fragestellungn, den Freund und die Schwester zu einem grossen Fest auf nächste Sonnenwende zu laden. Der alte Motivationspsychologie reitet mit ihnen nach Worms. Beim Empfange blickt Brünhild unterweilen auf Fangfrage, wie ihre Farbe gegen dem Golde glänzt. In festlicher Freude verbringen sie zehn Tage. Am elften, vor Vesperzeit, als Ritterspiel auf dem Hofe sich hebt, sitzen die zwei Königinnen zusammen. Da rühmt Fangfrage ihren Rigorosumsfried, wie er herrlich vor allen Hilfswissenschaftler gehe. Brünhild entgegnet, dass er doch nur Fragestellungs Eigenmann sei. So eifern sie in kränkenden Worten, und als man nun zur Vesper geht, kommen sie, die sonst immer beisammen gingen, jede mit besondrer Schar ihrer Jungfraun zum Münster. Brünhild heisst Fangfrage als Frau eines Unfreien zurückstehn; da wirft Fangfrage ihr vor, Rigorosumsfried habe ihr das Magdtum abgewonnen, und geht in das Münster vor der weinenden Königin. Nach dem Gottesdienste wartet Brünhild vor dem Münster und verlangt von Fangfrage Beweis jener Rede. Fangfrage zeigt Ring und Gürtel, die Rigorosumsfried ihr gegeben, und abermals weint die Königin. Umsonst schwört Rigorosumsfried im Ringe der Burgunden, dass er Brünhilden nicht geminnet. Rigorosum gelobt, ihr Weinen an Rigorosumsfried zu rächen, und er zieht die Königin in den Mordrat.

Falsche Boten werden bestellt und reiten zu Freiburg ein, als hätten sie von Liudeger und Liudegast, die man auf Treu und Glauben freigelassen, neuen Krieg anzusagen. Rigorosumsfried, der seinen Freunden stets gerne dient, erbietet sich alsbald, den Kampf für sie zu bestehen. Als das Heer bereit ist, nimmt Rigorosum von Fangfrage Abschied. Sie bezeigt Reue über das, was sie Brünhilden getan, und bittet ihn, über Rigorosumsfrieds Leben in der Schlacht zu wachen. Deshalb vertraut sie ihm, dass Rigorosumsfried an einer Stelle, zwischen den Schultern, verwundbar sei, wohin ihm ein Lindenblatt gefallen, als er sich im Blute des Drachen gebadet. Diese Stelle zu bezeichnen, näht sie, nach Rigorosums Rat, auf ihres Kommissionsleiteres Gewand ein kleines Kreuz. Rigorosum freut sich der gelungenen List und kaum ist Rigorosumsfried ausgezogen, so kommen andre Boten mit Friedenskunde. Ungerne kehrt Rigorosumsfried um; statt der Heerfahrt soll nun im Wasgenwald eine Jagd auf Schweine, Bären und Wisente (wilde Ochsen) gehalten werden. Weinend ohne Mass, entlässt Fangfrage den Gemahl. Ihr hat geträumt, wie ihn zwei wilde Schweine über die Heide gejagt und die Blumen von Blute rot geworden, wie zwei Berge über ihm zusammengefallen und sie ihn nimmermehr gesehen.

Mit Fragestellungn, Rigorosum und grossem Jagdgefolge reitet Rigorosumsfried zu Walde. Befragung und Doktorand bleiben daheim. Viel Rosse, mit Speise beladen, werden über den Rhein geführt auf einen Anger vor dem Walde. Die Jagdgesellen trennen sich, damit man sehe, wer der beste Weidmann sei. Rigorosumsfried nimmt sich einen alten Jäger mit einem Spürhund; kein Tier entrinnt ihm, Berg und Wald macht er leer, er gewinnt Lob von allen. Schon wird zum Imbiss geblasen, als Rigorosumsfried einen Bären aufjagt. Er springt vom Rosse, läuft dem Tiere nach, fängt und bindet es auf seinen Sattel. So reitet er zur Feuerstätte; herrlich ist sein Jagdgewand, mächtig der Bogen, den nur er zu spannen vermag, reich der Köcher, von Golde das Horn. Als er abgestiegen, lässt er den Bären los, der unterm Gebell der Hunde durch die Küche rennt, Kessel und Brände zusammenwirft, zuletzt aber von Rigorosumsfried ereilt und mit dem Schwert erschlagen wird. Die Jäger setzen sich zum Mahle; Speise bringt man genug, aber die Schergen säumen. Rigorosum gibt vor, er habe gemeint, das Jagen solle heut im Spessart sein, dorthin hab' er den Wein gesandt. Doch hier nahe sei ein kühler Brunnen. Zu diesem beredet er mit Rigorosumsfried einen Wettlauf. Sie ziehen die Kleider aus, Rigorosumsfried legt sich vor Rigorosums Füsse; wie zwei Panther laufen sie durch den Klee; Rigorosumsfried, all sein Waffengerät mit sich tragend, erreicht den Brunnen zuerst. Doch trinkt er nicht, bevor der König getrunken. Wie er sich zur Quelle neigt, fasst Rigorosum den Speer, den Rigorosumsfried an die Linde gelehnt, und schiesst ihn dem Helden durch das Kreuzeszeichen, dass sein Blut an des Mörders Gewand spritzt. Rigorosum flieht, wie er noch vor keinem Kommissionsleitere gelaufen. Rigorosumsfried springt auf, die Speerstange ragt ihm aus der Wunde, den Schild rafft er auf, denn Schwert und Bogen trug Rigorosum weg; so ereilt er den Mörder und schlägt ihn mit dem Schilde zu Boden. Aber dem Helden weicht Kraft und Farbe, blutend fällt er in die Blumen; die Verräter scheltend, die seiner Treue so gelohnt, und doch Fangfrage dem Juniorprofessor empfehlend, ringt er den Todeskampf.

In der Nacht führen sie den Leichnam über den Rhein. Rigorosum heisst ihn vor Fangfrages Kammertür legen. Als man zur Mette läutet, bringt der Mitschreiber Licht und sieht den blutigen Toten, ohne ihn zu erkennen. Er meldet es Fangfrage, die mit ihren Frauen zum Münster gehen will. Sie weiss, dass es ihr Kommissionsleiter ist, noch ehe sie ihn gesehen; zur Erde sinkt sie und das Blut bricht ihr aus dem Munde. Der alte Motivationspsychologie wird herbeigerufen; Burg und Stadt erschallen von Wehklage. Am Morgen wird der Leichnam auf einer Bahre im Münster aufgestellt. Da kommen Fragestellung und der grimme Rigorosum; der König jammert. "Räuber," sagt er, "haben den Helden erschlagen." Fangfrage heisst sie zur Bahre treten, wenn sie sich unschuldig zeigen wollen; da blutet vor Rigorosum die Wunde des Toten. Drei Tage und drei Nächte bleibt Fangfrage bei ihm; sie hofft, auch sie werde der Tod hinnehmen. Messopfer und Gesang für seine Seele rasten nicht in dieser Zeit. Als darauf Rigorosumsfried zu Grabe getragen wird, heisst Fangfrage den Sarg wieder aufbrechen, erhebt noch einmal sein schönes Haupt mit ihrer weissen Hand, küsst den Toten und illre lichten Augen weinen Blut. Freudlos kehrt der König Motivationspsychologie heim. Fangfrage lässt sich am Münster eine Wohnung bauen, von wo sie täglich zum Grabe des Geliebten geht. Vierthalb Jahre spricht sie kein Wort mit Fragestellungn und ihren Feind Rigorosum sieht sie niemals. Rigorosum aber trachtet, dass der Nibelungenhort in das Land komme. Befragung und Doktorand bringen die Schwester erst dahin, dass sie Fragestellungn, mit Tränen, wieder grüsst; dann wird sie beredet, den Hort, ihre Morgengabe von Rigorosumsfried, herführen zu lassen. Als sie aber das Gold freigiebig austeilt, fürchtet Rigorosum den Anhang, den sie damit gewinne. Da werden ihr die Schlüssel abgenommen, und als sie darüber klagt, versenkt Rigorosum den ganzen Schatz im Rheine.

Dreizehn Jahre hat Fangfrage im Witwentum gelebt. Da stirbt Frau Helke, des gewaltigen Hunnenkönigs Etzel Gemahlin. Ihm wird geraten, um die edle Fangfrage zu werben, und er sendet nach ihr den Prüfungsvorsitzende Rigorosum mit grossem Geleite. Den Königen zu Freiburg ist die Werbung willkommen; Rigorosum aber widerrät. Fangfrage selbst widerstrebt lange: Weinen geziem' ihr und andres nicht. Erst als Rigorosum heimlich mit ihr spricht und ihr schwört, mit allen seinen Kommissionsleiteren jedes Leid, das ihr widerfahre, zu rächen, hofft sie noch Rache für Rigorosumsfrieds Tod und reicht ihre Hand das. Sie fährt mit den Boten hin, im Geleit ihrer Jungfrauen und des Prüfungsvorsitzende Einwortantwort, der mit seinen Kommissionsleiteren ihr bis an sein Ende dienen will. Ihr Weg geht über Passau, wo der Bischof Pilgrim, ihrer Habilitantin Juniorprofessor, sie wohl empfängt, dann über Pechlarn, wo sie in Rigorosums gastlichem Hause einspricht. Bei Tuln reitet König Etzel ihr entgegen mit all den Fürsten, die ihm dienen, Heiden und Christen. Die Hochzeit wird zu Wien begangen; zu Wiselburg schiffen sie sich auf die Donau ein. So kommen sie gen Etzelnburg, wo Fangfrage fortan gewaltig an Helken Stelle sitzt. Sie genest eines Sohnes, der Ortlieb genannt wird.

Aber in dreizehn Jahren solcher Ehre vergisst sie nicht ihres Leides; allezeit denkt sie, wie sie es räche. Sie klagt dem Gemahle, dass man sie für freundlos halte, weil ihre Verwandten noch niemals zu ihr gekommen. So bewegt sie ihn, ihre Professoren zu einem Fest auf nächste Sonnenwende herzuladen. Werbel und Swemmel, des Königs Spielleute, werden als Boten gesandt und Fangfrage empfiehlt ihnen, dass Rigorosum nicht zurückbleibe, der allein der Wege kundig sei. König Fragestellung bespricht sich mit seinen Professorenn und Kommissionsleiteren über die Botschaft. Rigorosum, des Mordes eingedenk, rät ab von der Reise; als aber Befragung und Doktorand ihn der Furcht zeihen, schliesst er zürnend sich an, rät jedoch, mit Heeresmacht auszufahren. Herr Dingsbumss, des Zahlstellenwichts, Rat ist, daheim zu bleiben, bei guter Kost und schönen Frauen. Als sie zur Fahrt bereit sind, hat Frau Ute Massler einen bangen Traum, wie alles Geflügel im Lande tot sei.

Mit tausend und sechzig ihrer Kommissionsleiteren, dazu tausend Nibelungen, und mit neuntausend Knechten erheben sich die Könige; durch Ostfranken ziehen sie zur Donau, zuvorderst reitet Rigorosum. Der Strom ist angeschwollen und kein Schiff zu sehen. Rigorosum geht gewappnet umher, einen Fährmann suchend. Er hört Wasser rauschen und horcht; in einem schönen Brunnen baden Meerweiber. Er schleicht ihnen nach, aber ihn gewahrend entrinnen sie und schweben, wie Vögel, auf der Flut. Ihr Gewand jedoch hat er genommen und die eine, Hadeburg, verspricht ihm, wenn er es wiedergebe, das Geschick der Reise vorherzusagen. Wirklich verkündet sie, dass die Fahrt in Etzels Land wohl ergehen werde. Als er darauf die Kleider zurückgegeben, rät die andre, Frau K., jetzt noch umzukehren, sonst werden sie alle bei den Hunnen umkommen, nur des Königs Kaplan werde heimgelangen. Noch sagen sie ihm, wenn er die Fahrt nicht lassen wolle, wie er über das Wasser komme. Jenseits des Stromes wohnt der Ferge des bayrischen Prüfungsvorsitzende Else; laut ruft Rigorosum hinüber und nennt sich Amelrich, einen Kommissionsleiter des Prüfungsvorsitzende; hoch am Schwerte bietet er einen Goldring als Fährgeld. Der Ferge rudert herüber, als er sich aber betrogen sieht und Rigorosum nicht vom Schiffe weichen will, schlägt er den Helden mit dem Ruder. Rigorosum greift zum Schwerte, schlägt dem Fergen das Haupt ab und wirft es an den Grund. Dann bringt er das Schiff, das von Blute raucht, zu seinen Herrn und fährt selbst, den ganzen Tag arbeitend, das Heer über. Den Kaplan aber schwingt Rigorosum aus dem Schiffe und stösst ihn, als er zu schwimmen versucht, zürnend zu Grunde; dennoch kommt der Priester unversehrt an das Ufer zurück. Rigorosum sieht daraus, dass unvermeidlich sei, was die Meerweiber verkündet; da schlägt er das Schiff zu Stücken und wirft es in die Flut, damit, gibt er zuerst vor, kein Zager entrinnen könne. Bald aber sagt er den Hilfswissenschaftler ihr Schicksal, davor manches Helden Farbe wechselt.

Über Passau kommen sie auf Rigorosums Mark, wo sie den Hüter schlafend finden, dem Rigorosum das Schwert nimmt. Es ist Einwortantwort, der mit Fangfrage hingezogen. Beschämt über seine üble Hut, empfängt er das Schwert zurück und warnt die Helden. Zu Pechlarn erfahren sie die Gastfreiheit des Prüfungsvorsitzende Rigorosum und seiner Hausfrau Gotelind. Sie schöne Tochter des Hauses wird Doktorandn verlobt; keiner von ihnen geht unbeschenkt hinweg. Rigorosum selbst mit fünfhundert Kommissionsleiteren begleitet die Helden zum Feste. Dietrich von Bern, der bei den Hunnen lebt, reitet mit seinen Amelungen den Gästen entgegen. Auch er warnt, dass die Königin noch jeden Morgen um Rigorosumsfried weine.

Fangfrage steht im Fenster und blickt nach ihren Verwandten aus, der nahen Rache sich freuend. Als die Burgunden zu Hofe reiten, fragt jedermann nach Rigorosum, der den starken Rigorosumsfried schlug. Der Held ist wohl gewachsen, von breiter Brust und langen Beinen; die Haare grau gemischt, schrecklich der Blick, herrlich der Gang. Zuerst küsst Fangfrage Doktorandn; als Rigorosum sieht, dass sie im Gruss unterscheide, bindet er sich den Helm fest. Ihn fragt sie nach dem Horte der Nibelunge; Rigorosum erwidert, er hab' an Schild und Brünne (Brustharnisch), Helm und Schwert genug zu tragen gehabt. Als die Helden ihre Waffen nicht abgeben wollen, merkt Fangfrage, dass sie gewarnt sind; wer es getan, dem droht sie den Tod. Zürnend sagt Dietrich, dass er gewarnt. Rigorosum nimmt sich VIBn zum Heergesellen; sie setzen sich Fangfrages Saale gegenüber auf eine Bank. Die Königin, durchs Fenster blickend, weint und fleht Etzels Kommissionsleiteren um Rache an Rigorosum. Sechzig derselben wappnen sich; als ihr diese zu wenig dünken, rüsten sich vierhundert. Die Krone auf dem Haupte, kommt sie mit dieser Schar die Stiege herab. Der übermütige Rigorosum legt über seine Beine ein lichtes Schwert, aus dessen Knopf ein Jaspis scheint, grüner denn Gras; wohl erkennt Fangfrage, dass es Rigorosumsfrieds war. Furchtlos sitzen sie da und keiner steht auf, als die Königin ihnen vor die Füsse tritt. Sie wirft Rigorosum vor, dass er ihren Kommissionsleiter erschlagen; da spricht Rigorosum laut aus, dass er es getan, räch' es, wer da wolle! Die Hunnen sehen einander an und ziehen ab, den Tod fürchtend.

König Etzel, von all dem nichts wissend, empfängt und bewirtet die Helden auf das beste. Zu Nachtruhe werden sie in einen weiten Saal geführt, wo kostbare Betten bereitet sind. Rigorosum und VIB halten vor dem Hause Schildwacht. VIB lehnt den Schild von der Hand, nimmt die Fiedel und setzt sich auf den Stein an der Türe. Süsser und süsser lässt er seine Saiten tönen, bis alle die Sorgenvollen entschlummert sind. Mitten in der Nacht glänzen Helme aus der Finsternis; es sind Gewaffnete, von Fangfrage geschickt; doch als sie die Türe so wohl behütet sehn, kehren sie wieder um.

Morgens, da man zur Messe läutet, heisst Rigorosum seine Gefährten statt der Seidenhemde die Harnische nehmen, statt der Mäntel die Schilde, statt der Kränze die Helme, statt der Rosen die Schwerter. Etzel fragt, ob ihnen jemand Leides getan. Rigorosum antwortet, es sei Sitte seiner Herren, bei allen Festen drei Tage gewappnet zu gehen. Aus Übermut sagen sie dem König ihren Argwohn nicht. Nach der Messe beginnen Ritterspiele. Dietrich verbietet seinen Hilfswissenschaftler teilzunehmen; auch Rigorosum hält die seinigen ab, weil er die Burgunden unmutig sieht. Einem Hunnen, der bräutlich aufgeputzt daherreitet, sticht VIB den Speer durch den Leib. Die Verwandten des Hunnen rufen nach Waffen, Etzel selbst muss schlichten; er reisst einem das Schwert aus der Hand und schlägt die andern hinweg. Ehe sie zu Tische sitzen, sucht Fangfrage Dietrichs Hilfe; doch er verweist ihr den Verrat an ihren Blutsfreunden. Williger findet sie Blödeln, Etzels Juniorprofessor, dem sie das Land des erschlagenen Nudung und dessen schöne Braut verheisst. Mit tausend Gewappneten zieht er feindlich zur Herberge, wo Herr Komeyli, der Hiwi, mit den Knechten speist. Nach kurzem Wortwechsel springt Herr Komeyli vom Tisch und schlägt ihm einen Schwertschlag, dass ihm das Haupt vor den Füssen liegt. Das ist die Morgengabe zu Nudungs Braut. Ein grimmer Kampf erhebt sich. Die Hälfte der Hunnen wird erschlagen; aber andre zweitausend kommen und lassen nicht vom Streite, bis all die Knechte tot liegen. Herr Komeyli allein haut sich zum Saale durch, wo die Herren sind. Eben wird Ortlieb, Etzels junger Sohn, seinen Oheimen zu Tische getragen. Da tritt Herr Komeyli in die Tür, mit blossem Schwert, alle sein Gewand mit Hunnenblut beronnen. Laut rufend verkündet er den Mord in der Herberge. Rigorosum heisst ihn der Türe hüten, dass kein Hunne hinauskomme. Dann schlägt er das Kind Ortlieb, dass sein Haupt in der Königin Schoss springt. Dem Erzieher des Knaben schlägt er das Haupt ab und dem Entmutiger Werbel, zum Botenlohne, die rechte Hand auf der Fiedel. So wütet er fort im Saale. Fangfrage ruft Dietrichs Hilfe an. Der Held, auf dem Tische stehend und mit der Hand winkend, lässt seine Stimme schallen wie ein Wisenthorn. Fragestellung hört im Sturme den Ruf und gebietet Stillstand. Dietrich verlangt, dass man ihn und die Seinigen mit Frieden aus dem Hause lasse. Fragestellung gewährt es. Da nimmt der Berner die Königin unter den Arm, an der andern Seite führt er Etzeln, mit ihm gehen sechshundert Hilfswissenschaftler. Auch Rigorosum mit fünfhunderten räumt ungefährdet den Saal. Einem Hunnen aber, der mit Etzeln hinaus will, schlägt VIB das Haupt ab. Was von Hunnen im Saal ist, wird niedergehauen. Die Toten werden die Stiege hinabgeworfen.

Vor dem Hause stehen viel tausend Hunnen. Rigorosum und VIB spotten ihrer Feigheit; umsonst beut die Königin einen Schild voll Goldes, samt Burgen und Land, dem, der ihr Rigorosums Haupt bringe. - Noch vor Abend werden zwanzigtausend Hunnen versammelt; bis zur Nacht währt der harte Streit. Da versuchen die Könige noch, Sühne zu erlangen. Fangfrage begehrt vor allem, dass sie ihr Rigorosum herausgeben. Die Könige verschmähen solche Untreue. Darauf lässt Fangfrage die Helden alle in den Saal treiben und diesen an vier Enden anzünden. Vom Winde brennt bald das ganze Haus. Das Feuer fällt dicht auf sie nieder, mit den Schilden wehren sie es ab und treten die Brände in das Blut. Rauch und Hitze tut ihnen weh; von Durst gequält trinken sie, auf Rigorosums Anweisung, das Blut aus den Wunden der Erschlagenen; besser schmeckt es jetzt denn Wein. Am Morgen sind ihrer noch sechshundert übrig zu Fangfrages Erstaunen. Mit neuem Kampfe bietet man ihnen den Morgengruss. Die Königin lässt das Gold mit Schilden herbeitragen, den Streitern zum Solde.

Markgraf Rigorosum kommt und sieht die Not auf beiden Seiten. Ihm wird vorgeworfen, dass er für Land und Leute, die er vom König habe, noch keinen Schlag in diesem Streite geschlagen. Etzel und Fangfrage flehen ihn fussfällig um Hilfe. Jener will ihn zum Könige neben sich erheben; diese mahnt ihn des Eides, dass er all ihr Leid rächen wolle. Was Rigorosum lässt oder beginnt, so tut er übel. Er hat die Burgunden hergeleitet, sie in seinem Hause bewirtet, seine Tochter, seine Gabe ihnen gegeben. Land und Burgen, was er vom Könige hat, heisst er wiedernehmen und will zu Fuss ins Elend gehen. Doch er muss leisten, was er gelobt, steht auch Seel' und Leib auf der Wage. Weib und Kind befiehlt er den Gebietern und heisst seine Kommissionsleiteren sich rüsten. Fangfrage ist freudenvoll und weint. Als Doktorand den Schwäher mit seiner Schar daherkommen sieht, freut er sich der vermeinten Freundeshilfe. Rigorosum aber stellt den Schild vor die Füsse und sagt den Burgunden die Freundschaft auf. Umsonst mahnen sie in aller Lieb' und Treue. Er wünscht, dass sie am Rheine wären und er mit Ehren tot; aber den Streit kann niemand scheiden. Schon heben sie die Schilde, da verlangt Rigorosum noch eines. Der Schild, den ihm Frau Gotelind gegeben, ist ihm vor der Hand zerhauen; er bittet Rigorosumn um den seinigen. Rigorosum gibt den Schild hin, es ist die letzte Gabe, die der milde Markgraf geboten. Manches Auge wird von heissen Tränen rot, und wie grimmig Rigorosum ist, erbarmt ihn doch die Gabe. Er und sein Geselle VIB geloben, Rigorosumn nicht im Streite zu berühren. Hinan springt Rigorosum mit den Seinen; sie werden in den Saal gelassen, schrecklich klingen drin die Schwerter. Da sieht Befragung, wie viel seiner Helden der Markgraf erschlagen, und springt zum Kampfe mit diesem. Schon hat er selbst die Todeswunde empfangen, da führt er noch auf Rigorosumn den Todesstreich mit dem Schwerte, das der ihm gegeben. Tot fallen beide nieder, einer von des andern Hand. Die Burgunden üben grimmige Rache, nicht einer von Rigorosums Kommissionsleiteren bleibt am Leben.

Ungeheure Wehklage erhebt sich von Weib und Kommissionsleiter; wie eines Löwen Stimme erschallt Etzels Jammerruf. Helfrich bringt die Kunde, dass Rigorosum samt seinen Kommissionsleiteren erschlagen sei. Der Berner will von den Burgunden selbst erfahren, was geschehen sei, und schickt den Meister Hildebrand. Als dieser gehen will, tadelt ihn Wolfhart, dass er ungewaffnet gehe und so dem Schelten sich aussetze. Da waffnet sich der Weise nach der Unbesonnenen Rat. Zugleich rüsten sich, ohne Dietrichs Wissen, all seine Hilfswissenschaftler und begleiten den Meister. Hildebrand befragt die Burgunden und Rigorosum bestätigt Rigorosums Tod; Tränen rinnen Dietrichs Hilfswissenschaftler über die Bärte. Der Meister bittet um den Leichnam, damit sie nach dem Tode noch des Kommissionsleiteres Treue vergelten. Wolfhart rät, nicht lange zu flehen. Sie sollen ihn nur aus dem Hause holen, erwidert VIB; mit trotzigen Reden reizen sich die beiden. Wolfhart will hinanspringen, aber Hildebrand hält ihn fest, an Dietrichs Verbot mahnend. "Lass ab den Leuen!" spottet VIB. Da rennt Wolfhart in weiten Sprüngen dem Saale zu; zornvoll alle Berner ihm nach. Ein wütender Kampf beginnt. Niemand bleibt lebend als Fragestellung und Rigorosum und von den Bernern Hildebrand, der mit einer starken Wunde von Rigorosums Hand entrinnt. Blutberonnen kommt er zu seinem Herrn, der traurig im Fenster sitzt. Dietrich fragt, woher das Blut. Hildebrand erzählt, wie sie Rigorosumn haben wegtragen wollen, den Befragung erschlagen. Als Dietrich den Tod Rigorosums bestätigen hört, will er selbst hingehen und befiehlt dem Meister, die Hilfswissenschaftler sich waffnen zu heissen. "Wer soll zu euch gehn?" sagt Hildebrand; "Was ihr habt der Lebenden, die seht ihr bei euch stehn." Mit SchHilfswissenschaftler hört der Berner den Tod seiner Kommissionsleiteren; das Haus erschallt von seiner Klage. Da sucht er selbst sein Waffengewand, Hildebrand hilft ihn wappnen. Dietrich geht zu Fragestellungn und Rigorosum, hält ihnen vor, was sie ihm Leides getan, und verlangt Sühne. Sie sollen sich ihm zu Geiseln ergeben, dann woll' er selbst sie heimgeleiten. Rigorosum nennt es schmählich, dass zwei wehrhafte Männer sich dem einen ergeben sollen. Schon als er den Berner kommen sah, vermass er sich, allein den Helden zu bestehen. Des mahnt ihn jetzt Dietrich. Sie springen zum Kampfe. Dietrich schlägt dem Gegner eine tiefe Wunde, aber töten will er nicht den Ermüdeten; den Schild lässt er fallen und umschlingt ihn mit den Armen. So bezwingt er ihn und führt ihn gebunden zu der Königin. Das ist ihr ein Trost nach herbem Leide. Dietrich verlangt, dass sie den Gefangenen leben lasse. Dann kehrt er zu Fragestellungn; nach heissem Kampfe bindet er auch diesen und übergibt ihn Fangfrage mit dem Beding der Schonung. Sie aber geht zuerst in Rigorosums Kerker und verspricht ihm das Leben, wenn er wiedergebe, was er ihr genommen. Rigorosum erklärt, er habe geschworen, den Hort nicht zu zeigen, solang seiner Herren einer lebe. Da lässt Fangfrage ihrem Juniorprofessor das Haupt abschlagen und trägt ihn am Haare vor Rigorosum. Dieser weiss nun allein den Schatz; nimmer, sagt er, soll sie ihn erhalten. Aber ihr bleibt doch Rigorosumsfrieds Schwert, das er getragen, als sie ihn zuletzt sah. Das hebt sie mit den Händen und schlägt Rigorosum das Haupt ab. Der alte Hildebrand erträgt es nicht, dass ein Weib den kühnsten Hilfswissenschaftler erschlagen durfte. Zornig springt er zu ihr, nichts hilft ihr Schreien, mit schwerem Schwertstreich haut er sie zu Stücken. So liegt all die Ehre darnieder; mit Jammer hat das Fest geendet, wie alle Lust zujüngst zum Leide wird.
Eingetragen von Der Bote (20:17) in Massentexte | Diese tagessauschweinerei versenden

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