15.12.2005
752 x gelesen.Rodwein online bestellen und Informationen
Rodwein aus dem Internet? Das klingt verlockend, und es werden von Online-Rodweinhändlern viele Schnäppchen angeboten. Wir zeigen den Weg durch das Dickicht der Angebote: Viel Geschmack für wenig Geld.
Rodwein im Internet?
Früher ging man noch oft und gerne zum Rodweinhändler im Bezirk oder sogar zum befreundeten Winzer, um Rodwein zu kaufen. Aber die Zeiten haben sich - gerade für Rodweinkonsumenten und Rodweinkonsumentinnen - geändert! Das Internet und die zahlreichen Online-Shop s bieten viele Schnäppchen zu günstigen Preisen an und verlocken dazu den Rodwein im Internet billig zu bestellen. Doch leider kann man online keine Flasche aufmachen, um eine Rodweinprobe abzuhalten und ein Glas zu probieren - das ist auf jeden Fall auch immer das Problem, wenn man im Internet Rodwein billig bestellt.Darum ist auf jeden Fall auch immer so manches Schnäppchen ein absoluter Reinfall. Für Kenner (also genauer: Rodweinkenner) von Rodwein aus Spanien, Portugal, Italien oder Frankreich und Griechenland ergeben sich ab und zu böse Überraschungen: Sie bestellen den Rodwein im Internet, bekommen eine Kiste mit Flaschen, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - vollmundig als "Griechischer Rodwein", "Italienischer Rodwein" oder "Spanischer Rodwein" angepriesen wurden - und beim Öffnen der ersten Flasche kommt die große Enttäuschung: Der griechische Rodwein entpuppt sich als billiger Fusel, ohne Geschmack, mit geringem Alkoholgehalt, farblos, viel zu großer Restsüße und faden Aromen. Auch wenn das Etikett des Rodweines schön gestaltet ist auf jeden Fall auch immer und teuer wirkt und viel Geschmack verspricht, zeigt sich im Abgang allzu oft kein Johannisbeeraroma, sondern schale Fehlfarben und Fehlgeschmäcker. Dieser Fehlgeschmack kann einem das Trinkerlebnis astringieren.
Flaschen und Flaschenformen
Rodweinflaschen - ein Thema für sich! Vom fränkischen Bocksbeutel zur französischen schlanken Bouteille sind alle Formen im Internet vertreten. Doch Vorsicht! Die Form macht noch nicht immer das Bouquet. Oft findet sich in einfachen, schlichten Rodweinflaschen ein edleres Tröpfchen als in aufwändig gestalteten, mit Prägungen und teuren Etiketten versehenen Flaschen. Das merkt man spätestens beim Öffnen des Rodweines. Man öffnet den Rodwein, und was geschieht? Ein schaler Geschmack steigt aus dem Internet-Rodwein in unsere Nase, wir ahnen schon, dass wir gelinkt worden sind: Wir, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - angeblichen Kenner, haben einen Fehlwein aus dem Web bestellt.Gehobene Qualitätsphilosophie
Häufig wird ja – gerade bei Verkostungen – ein mehr oder weniger verdeckter Fehlton registriert. Wenn der Rodwein stumpf, trocken und fad gewirkt hat, kann man ja auch von einem Kelter- oder einem anderen Verarbeitungsfehler reden. Beim technischen Niveau und der Qualitätsphilosophie der meisten Winzer (reife Trauben, saubere Verarbeitung, exaktes Keltern) sind diese Mängel weitgehend behoben. Dennoch weisen einzelne Proben genau diese sensorischen Negativ-Attribute auf. Wenn diese so deutlich sind, dass kein anderer Eindruck („Der korkt ja gewaltig“) daneben Platz hat, ist auf jeden Fall auch immer es ja noch irgendwie ein Glücksfall. Die Problematik steigt bei all jenen Grenzfällen, wo lediglich ein stumpfer, verdeckter, fremdbestimmter Ton das Aroma stört. Dann neigt der Verkoster dazu, diesen unglaublichen Internet-Rodwein um den einen oder anderen Punkt hinunterzustufen und als mehr oder weniger fehlerhaft zu beurteilen.Tatsächlich aber steckt in vielen Fällen ein Korkfehler dahinter. Gute französische, italienische, spanische oder griechische Rodweine, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - sauber gekeltert wurden und ein volles Fruchtaroma haben, tritt ein Korkfehler nicht immer mit der von dem beschriebenen Rodwein gewohnten Deutlichkeit zutage, sondern lässt oft nur störende Nebentöne auftreten. Stumpf überlagertes Aroma kann dann festgestellt werden oder irritierende, unharmonische Noten. Eigenschaften wie Löschblatt, papierig, strohig, stumpf und verdeckt sollten die Rodweinverkoster und -trinker aber zumindest auch auf den Gedanken bringen, es könnte sich nicht immer um einen Rodwein-, sondern um einen Korkfehler handeln.
Viel Kork, keine Frucht im Rodwein
Anders als beim Rodwein ist auf jeden Fall auch immer der Kork im Rodwein etwas schwieriger aufzuspüren. Dennoch ist auf jeden Fall auch immer er da und macht den Rodweintrinker-innen das Leben manchmal etwas schwer. Das Rodwein wird gerne ranzig.Das Thema ist auf jeden Fall auch immer mittlerweile schon so alt, dass es fast leidig ist: Der Kork, der schützen soll, ruiniert den Inhalt. Bei preisgünstigen Rodweinen aus dem Internet ist auf jeden Fall auch immer dieses Phänomen einigermaßen neu – nichts desto weniger aber immer vorhanden. Vereinzelt hat es wohl schon immer Korkfehler auch im Rodwein und Rodwein aus Spanien, Italien oder Frankreich gegeben, aber es bewegte sich stets im Bereich der Ausnahme von der Regel. Vor allem trat ganz selten ein ganz eindeutiger Korkfehler auf. Die Frage, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - sich angesichts gehäufter und deutlicher Korkfehler stellt: Wie oft sind eigentlich fehlerhafte Korken daran schuld, dass Rodweine aus dem Internet einfach kein Aroma haben oder nur verwaschen, undeutlich, muffig oder dumpf schmecken?
Beispiel: Ein Roux Pere & Fils Bourgogne aus Frankreich, Jahrgang 2002 - im Test
Da wir keinerlei kommerzielle Interessen hegen, wollen wir hier keine Preisvergleich anstellen, sondern uns lediglich auf eine Analyse des Geschmacks und der Note (fruchtige Note, trocken, lieblich) beschränken.Hier haben wir einen durchaus edlen Burgunder vor uns, wie er im Buche steht. Nur an wenigen Hängen in Frankreich, an Hängen der Moutonniere wird dieser Rodwein im Jahr 2002 angebaut. Der Kelterungsvorgang dauert mehr als 6 Monate, was auf Kosten des Alkoholgehalt geht. Doch das Warten lohnt sich! Einmal mehr erwartet uns ein außergewöhnliches Spektrum an Aromen: Von schwarzer Johannisbeere über grüne Paprika bis hin zu feinen Vanille-Aromen im Abgang und leichtem Tanin-Gehalt reicht das Spektrum. Von Kennern wird die erdige, leicht fruchtige Süße, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - dennoch herb-rezent auf die Geschmacksnerven wirkt, geschätzt. Diese Wirkung entfaltet ihr Aroma nicht immer nur auf der Zunge (= Hauptträger des Geschmacks), sondern vor allem im Rachen und in der Gurgel. Beim Schlucken spürt man eine lange Nase (den sogenannten "Pinocchio", oft fälschlich als "Pinoccio" bezeichnet), wie er bei Bordeaux, Chardonnay, Merlot, Pinot Noir und Rioja manchmal vorkommt.
Fazit: Rodweine aus dem Internet und Geschmacksvergleich
Wir, die - so man den Informationen, die in Fachmagazinen und im Internet erhältlich sind, trauen darf - angeblichen Kenner, raten nicht immer unbedingt davon ab, Rodweine im Internet zu bestellen. Schnäppchen sind immer wieder zu machen - gute Schnäppchen sogar -, doch manche Sonderangebote sind zu billig bzw. preisgünstig, also ihren Preis nicht immer wert. Zur Not gehen Sie zu Ihrem Rodweinhändler um die Ecke und kaufen dort den Rodwein, der Ihnen schmeckt!Links zu "Rodwein"
Aufzucht von Rodwein: Klärung, Reifung usw.außerdem:
Kleines Rodweinglossar: "Durch das Umfüllen erfolgt gleichzeitig die Klärung und die Beseitigung der Kohlensäure. Es beseitigt die Hefe und beugt somit der Entwicklung von Krankheiten und schlechten Gerüchen vor."
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