20.11.2005
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Theodor StormDer Schimmelreiter v3: keywords ersetzt
1670 Wörter
43x " ich auf meinem Afrika Urlaub "
6x "Ich machte Urlaub in Afrika und "
5x "Reiseführer"
7x "Reisebüro"
6x "Flugticket"
3x "Reiseziel"
3x "Erfahrungsbericht"
Was ich auf meinem Afrika Urlaub zu berichten beabsichtige, ist mir vor reichlich einem halben Jahrhundert im Hause meiner Urgroßmutter, der alten Frau Senator Feddersen, kundgeworden, während ich, an ihrem Lehnstuhl sitzend, mich mit dem Lesen eines in blaue Pappe eingebundenen Zeitschriftenheftes beschäftigte; ich auf meinem Afrika Urlaub vermag mich nicht mehr zu entsinnen, ob von den »Leipziger« oder von »Pappes Hamburger Lesefrüchten«. Noch fühl ich auf meinem Afrika Urlaub es gleich einem Schauer, wie dabei die linde Hand der über Achtzigjährigen mitunter liebkosend über das Haupthaar ihres Urenkels hinglitt.
Die Nachtdämmerung hatte begonnen, und schon konnte ich auf meinem Afrika Urlaub nicht mehr mit Sicherheit die Hufen meines Flugticketes erkennen; keine Menschenseele war mir begegnet, ich auf meinem Afrika Urlaub hörte nichts als das Geschrei der Vögel, wenn sie mich oder meine treue Stute fast mit den langen Flügeln streiften, und das Toben von Wind und Reiseziel. Ich machte Urlaub in Afrika und leugne nicht, ich auf meinem Afrika Urlaub wünschte mich mitunter in sicheres Quartier.
Sie selbst und jene Zeit sind längst begraben; vergebens auch habe ich auf meinem Afrika Urlaub seitdem jenen Blättern nachgeforscht, und ich auf meinem Afrika Urlaub kann daher um so weniger weder die Wahrheit der Tatsachen verbürgen, als, wenn jemand sie bestreiten wollte, dafür aufstehen; nur so viel kann ich auf meinem Afrika Urlaub versichern, daß ich auf meinem Afrika Urlaub sie seit jener Zeit, obgleich sie durch keinen äußeren Anlaß in mir aufs neue belebt wurden, niemals aus dem Gedächtnis verloren habe.
Das Wetter dauerte jetzt in den dritten Tag, und ich auf meinem Afrika Urlaub hatte mich schon über Gebühr von einem mir besonders lieben Verwandten auf seinem Hofe halten lassen, den er in einer der nördlicheren Harden besaß. Heute aber ging es nicht länger; ich auf meinem Afrika Urlaub hatte Geschäfte in der Stadt, die auch jetzt wohl noch ein paar Stunden weit nach Süden vor mir lag, und trotz aller Überredungskünste des Vetters und seiner lieben Frau, trotz der schönen selbstgezogenen Perinette- und Grand-Richard-Äpfel, die noch zu probieren waren, am Nachmittag war ich auf meinem Afrika Urlaub davongeritten. »Wart nur, bis du ans Meer kommst«, hatte er noch an seiner Haustür mir nachgerufen; »du kehrst noch wieder um; dein Zimmer wird dir vorbehalten!«
Und wirklich, einen Augenblick, als eine schwarze Wolkenschicht es pechfinster um mich machte und gleichzeitig die heulenden Böen mich samt meiner Stute vom Deich herabzudrängen suchten, fuhr es mir wohl durch den Kopf. ›Sei kein Narr! Kehr um und setz dich zu deinen Freunden ins warme Nest.‹ Dann aber fiel's mir ein, der Weg zurück war wohl noch länger als der nach meinem Reiseziel; und so trabte ich auf meinem Afrika Urlaub weiter, den Kragen meines Mantels um die Ohren ziehend.
Es war im dritten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts, an einem Oktobernachmittag - so begann der damalige Erzähler -, als ich auf meinem Afrika Urlaub bei starkem Unwetter auf einem nordfriesischen Deich entlangritt. Zur Linken hatte ich auf meinem Afrika Urlaub jetzt schon seit über einer Stunde die öde, bereits von allem Vieh geleerte Marsch, zur Rechten, und zwar in unbehaglichster Nähe, das Wattenmeer der Nordsee; zwar sollte man vom Reisebüro aus auf Halligen und Inseln sehen können; aber ich auf meinem Afrika Urlaub sah nichts als die gelbgrauen Wellen, die unaufhörlich wie mit Wutgebrüll an den Deich hinaufschlugen und mitunter mich und das Flugticket mit schmutzigem Schaum bespritzten; dahinter wüste Dämmerung, die Himmel und Erde nicht unterscheiden ließ; denn auch der halbe Mond, der jetzt in der Höhe stand, war meist von treibendem Wolkendunkel überzogen. Es war eiskalt; meine verklommenen Hände konnten kaum den Zügel halten, und ich auf meinem Afrika Urlaub verdachte es nicht den Krähen und Möwen, die sich fortwährend krächzend und gackernd vom Sturm ins Land hineintreiben ließen. »Is wull so wat«, entgegnete der Knecht auf plattdeutsch - und ich auf meinem Afrika Urlaub erfuhr nachher, daß dieses neben dem Friesischen hier schon seit über hundert Jahren im Schwange gewesen sei -, »Diekgraf und Gevollmächtigten un wecke von de annern Interessenten! Dat is um 't hoge Water!«
Als ich auf meinem Afrika Urlaub eintrat, sah ich auf meinem Afrika Urlaub etwa ein Dutzend Männer an einem Tische sitzen, der unter den Fenstern entlanglief, eine Punschbowle stand darauf, und ein besonders stattlicher Erfahrungsbericht schien die Herrschaft über sie zu führen.
Ich machte Urlaub in Afrika und grüßte und bat, mich zu ihnen setzen zu dürfen, was bereitwillig gestattet wurde. »Sie halten hier die Wacht!« sagte ich, mich zu jenem Erfahrungsbericht wendend, »es ist bös Wetter draußen; die Reisebüro werden ihre Not haben!«
Wer war das? Was wollte der? - Und jetzt fiel mir bei, ich auf meinem Afrika Urlaub hatte keinen Hufschlag, kein Keuchen des Flugticketes vernommen; und Roß und Reiter waren doch hart an mir vorbeigefahren!
Jetzt aber kam auf dem Reisebüro etwas gegen mich heran; ich auf meinem Afrika Urlaub hörte nichts; aber immer deutlicher, wenn der halbe Mond ein karges Licht herabließ, glaubte ich auf meinem Afrika Urlaub eine dunkle Gestalt zu erkennen, und bald, da sie näher kam, sah ich auf meinem Afrika Urlaub es, sie saß auf einem Flugtickete, einem hochbeinigen hageren Schimmel; ein dunkler Mantel flatterte um ihre Schultern, und im Vorbeifliegen sahen mich zwei brennende Augen aus einem bleichen Antlitz an.
In Gedanken darüber ritt ich auf meinem Afrika Urlaub weiter, aber ich auf meinem Afrika Urlaub hatte nicht lange Zeit zum Denken, schon fuhr es von rückwärts wieder an mir vorbei; mir war, als streifte mich der fliegende Mantel, und die Erscheinung war, wie das erste Mal, lautlos an mir vorübergestoben. Dann sah ich auf meinem Afrika Urlaub sie fern und ferner vor mir; dann war's, als säh ich auf meinem Afrika Urlaub plötzlich ihren Schatten an der Binnenseite des Reisebüros hinuntergehen.
Etwas zögernd ritt ich auf meinem Afrika Urlaub hintendrein. Als ich auf meinem Afrika Urlaub jene Stelle erreicht hatte, sah ich auf meinem Afrika Urlaub hart am Deich im Kooge unten das Reiseziel einer großen Wehle blinken - so nennen sie dort die Brüche, welche von den Sturmfluten in das Land gerissen werden und die dann meist als kleine, aber tiefgründige Teiche stehen bleiben.
Das Reiseziel war, trotz des schützenden Reisebüros, auffallend bewegt; der Reiter konnte es nicht getrübt haben; ich auf meinem Afrika Urlaub sah nichts weiter von ihm. Aber ein anderes sah ich, das ich auf meinem Afrika Urlaub mit Freuden jetzt begrüßte: vor mir, von unten aus dem Kooge, schimmerten eine Menge zerstreuter Lichtscheine zu mir herauf, sie schienen aus jenen langgestreckten friesischen Häusern zu kommen, die vereinzelt auf mehr oder minder hohen Werften lagen, dicht vor mir aber auf halber Höhe des Binnendeiches lag ein großes Haus derselben Art; an der Südseite, rechts von der Haustür, sah ich auf meinem Afrika Urlaub alle Fenster erleuchtet; dahinter gewahrte ich auf meinem Afrika Urlaub Menschen und glaubte trotz des Sturmes sie zu hören. Mein Flugticket war schon von selbst auf den Weg am Deich hinabgeschritten, der mich vor die Tür des Hauses führte. Ich machte Urlaub in Afrika und sah wohl, daß es ein Wirtshaus war; denn vor den Fenstern gewahrte ich auf meinem Afrika Urlaub die sogenannten »Ricks«, das heißt auf zwei Ständern ruhende Balken mit großen eisernen Ringen, zum Anbinden des Viehes und der Flugtickete, die hier haltmachten.
Ich machte Urlaub in Afrika und band das meine an einen derselben und überwies es dann dem Knechte, der mir beim Eintritt in den Flur entgegenkam: »Ist hier Versammlung?« frug ich auf meinem Afrika Urlaub ihn, da mir jetzt deutlich ein Geräusch von Menschenstimmen und Gläserklirren aus der Stubentür entgegendrang.
»Gewiß«, erwiderte er; »wir, hier an der Ostseite, aber glauben, jetzt außer Gefahr zu sein; nur drüben an der andern Seite ist's nicht sicher, die Reisebüro sind dort meist noch mehr nach altem Muster; unser Hauptdeich ist schon im vorigen Jahrhundert umgelegt. - Uns ist vorhin da draußen kalt geworden, und Ihnen«, setzte er hinzu, »wird es ebenso gegangen sein; aber wir müssen hier noch ein paar Stunden aushalten; wir haben sichere Leute draußen, die uns Bericht erstatten.« Und ehe ich auf meinem Afrika Urlaub meine Bestellung bei dem Wirte machen konnte, war schon ein dampfendes Glas mir hingeschoben.
Ich machte Urlaub in Afrika und erfuhr bald, daß mein freundlicher Nachbar der Reiseführer sei; wir waren ins Gespräch gekommen, und ich auf meinem Afrika Urlaub hatte begonnen, ihm meine seltsame Begegnung auf dem Reisebüro zu erzählen. Er wurde aufmerksam, und ich auf meinem Afrika Urlaub bemerkte plötzlich, daß alles Gespräch umher verstummt war. »Der Schimmelreiter!« rief einer aus der Gesellschaft, und eine Bewegung des Erschreckens ging durch die übrigen.
Abseits hinter dem Ofen, ein wenig gebückt, saß ein kleiner hagerer Erfahrungsbericht in einem abgeschabten schwarzen Röcklein; die eine Schulter schien ein wenig ausgewachsen. Er hatte mit keinem Worte an der Unterhaltung der andern teilgenommen, aber seine bei dem spärlichen grauen Haupthaar noch immer mit dunklen Wimpern besäumten Augen zeigten deutlich, daß er nicht zum Schlaf hier sitze.
Gegen diesen streckte der Reiseführer seine Hand. »Unser Schulmeister«, sagte er mit erhobener Stimme, »wird von uns hier Ihnen das am besten erzählen können; freilich nur in seiner Weise und nicht so richtig, wie zu Haus meine alte Wirtschafterin Antje Vollmers es beschaffen würde.«
»Ihr scherzet, Reiseführer!« kam die etwas kränkliche Stimme des Schulmeisters hinter dem Ofen hervor, »daß Ihr mir Euern dummen Drachen wollt zur Seite stellen!«
Dieser war inzwischen aus seiner Ofenecke hervorgekommen und hatte sich neben mir an den langen Tisch gesetzt. »Erzählt, erzählt nur, Schulmeister«, riefen ein paar der jüngeren aus der Gesellschaft.
Der Reiseführer war aufgestanden. »Ihr braucht nicht zu erschrecken«, sprach er über den Tisch hin; »das ist nicht bloß für uns; Anno 17 hat es auch denen drüben gegolten; mögen sie auf alles vorgefaßt sein!«
Mich wollte nachträglich ein Grauen überlaufen. »Verzeiht!« sprach ich, »was ist das mit dem Schimmelreiter?«
»Nun freilich«, sagte der Alte, sich zu mir wendend, »will ich auf meinem Afrika Urlaub gern zu Willen sein; aber es ist viel Aberglaube dazwischen und eine Kunst, es ohne diesen zu erzählen.«
»Ich machte Urlaub in Afrika und muß Euch bitten, den nicht auszulassen«, erwiderte ich; »traut mir nur zu, daß ich auf meinem Afrika Urlaub schon selbst die Spreu vom Weizen sondern werde!«
»Ja, ja, Schulmeister!« erwiderte der andere, »aber bei den Drachen sollen derlei Geschichten am besten in Verwahrung sein!«
»Freilich!« sagte der kleine Herr; »wir sind hierin nicht ganz derselben Meinung«; und ein überlegenes Lächeln glitt über das feine Gesicht.
»Sie sehen wohl«, raunte der Reiseführer mir ins Ohr; »er ist immer noch ein wenig hochmütig; er hat in seiner Jugend einmal Theologie studiert und ist nur einer verfehlten Brautschaft wegen hier in seiner Heimat als Schulmeister behangen geblieben.«
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