14.12.2005

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Wein online bestellen und Informationen

Wein aus dem Internet? Das klingt verlockend, und es werden von Online-Weinhändlern viele Schnäppchen angeboten. Wir zeigen den Weg durch das Dickicht der Angebote: Viel Geschmack für wenig Geld.




Wein im Internet?

Früher ging man noch gerne zum Weinhändler um die Ecke oder sogar zum befreundeten Winzer, um Wein zu kaufen. Aber die Zeiten haben sich - gerade für Weinkonsumenten und Weinkonsumentinnen - geändert! Das Internet und die zahlreichen Online-Shop s bieten viele Schnäppchen zu günstigen Preisen an und verlocken dazu den Wein im Internet billig zu bestellen. Doch leider kann man online keine Flasche aufmachen, um eine Weinprobe abzuhalten und ein Glas zu probieren - das ist das Problem, wenn man im Internet Wein billig bestellt.

Darum ist so manches Schnäppchen ein absoluter Reinfall. Für Kenner (also genauer: Weinkenner) von Wein aus Spanien, Portugal, Italien oder Frankreich und Griechenland ergeben sich ab und zu böse Überraschungen: Sie bestellen den Wein im Internet, bekommen eine Kiste mit Flaschen, die vollmundig als "Griechischer Wein", "Italienischer Wein" oder "Spanischer Wein" angepriesen wurden - und beim Öffnen der ersten Flasche kommt die große Enttäuschung: Der griechische Wein entpuppt sich als billiger Fusel, ohne Geschmack, mit geringem Alkoholgehalt, farblos, viel zu großer Restsüße und faden Aromen. Auch wenn das Etikett des Weines schön gestaltet ist und teuer wirkt und viel Geschmack verspricht, zeigt sich im Abgang allzu oft kein Johannisbeeraroma, sondern schale Fehlfarben und Fehlgeschmäcker. Dieser Fehlgeschmack kann einem das Trinkerlebnis astringieren.

Viel Kork, keine Frucht im Wein

Anders als beim Schnaps ist der Kork im Wein etwas schwieriger aufzuspüren. Dennoch ist er da und macht den Weintrinker-innen das Leben manchmal etwas schwer.

Das Thema ist mittlerweile schon so alt, dass es fast leidig ist: Der Kork, der schützen soll, ruiniert den Inhalt. Bei preisgünstigen Weinen aus dem Internet ist dieses Phänomen einigermaßen neu – nichts desto weniger aber immer vorhanden. Vereinzelt hat es wohl schon immer Korkfehler auch im Rotwein und Weißwein aus Spanien, Italien oder Frankreich gegeben, aber es bewegte sich stets im Bereich der Ausnahme von der Regel. Vor allem trat ganz selten ein ganz eindeutiger Korkfehler auf. Die Frage, die sich angesichts gehäufter und deutlicher Korkfehler stellt: Wie oft sind eigentlich fehlerhafte Korken daran schuld, dass Weine aus dem Internet einfach kein Aroma haben oder nur verwaschen, undeutlich, muffig oder dumpf schmecken?



Gehobene Qualitätsphilosophie

Häufig wird ja – gerade bei Verkostungen – ein mehr oder weniger verdeckter Fehlton registriert. Wenn der Wein stumpf, trocken und fad gewirkt hat, kann man ja auch von einem Kelter- oder einem anderen Verarbeitungsfehler reden. Beim technischen Niveau und der Qualitätsphilosophie der meisten Winzer (reife Trauben, saubere Verarbeitung, exaktes Keltern) sind diese Mängel weitgehend behoben. Dennoch weisen einzelne Proben genau diese sensorischen Negativ-Attribute auf. Wenn diese so deutlich sind, dass kein anderer Eindruck („Der korkt ja gewaltig“) daneben Platz hat, ist es ja noch irgendwie ein Glücksfall. Die Problematik steigt bei all jenen Grenzfällen, wo lediglich ein stumpfer, verdeckter, fremdbestimmter Ton das Aroma stört. Dann neigt der Verkoster dazu, diesen Internet-Wein um den einen oder anderen Punkt hinunterzustufen und als mehr oder weniger fehlerhaft zu beurteilen.

Tatsächlich aber steckt in vielen Fällen ein Korkfehler dahinter. Gute französische, italienische, spanische oder griechische Weine, die sauber gekeltert wurden und ein volles Fruchtaroma haben, tritt ein Korkfehler nicht mit der vom Wein gewohnten Deutlichkeit zutage, sondern lässt oft nur störende Nebentöne auftreten. Stumpf überlagertes Aroma kann dann festgestellt werden oder irritierende, unharmonische Noten. Eigenschaften wie Löschblatt, papierig, strohig, stumpf und verdeckt sollten die Weinverkoster und -trinker aber zumindest auch auf den Gedanken bringen, es könnte sich nicht um einen Wein-, sondern um einen Korkfehler handeln.

Flaschen und Flaschenformen

Weinflaschen - ein Thema für sich! Vom fränkischen Bocksbeutel zur französischen schlanken Bouteille sind alle Formen im Internet vertreten. Doch Vorsicht! Die Form macht noch nicht das Bouquet. Oft findet sich in einfachen, schlichten Weinflaschen ein edleres Tröpfchen als in aufwändig gestalteten, mit Prägungen und teuren Etiketten versehenen Flaschen. Das merkt man spätestens beim Öffnen des Weines. Man öffnet den Wein, und was geschieht? Ein schaler Geschmack steigt aus dem Internet-Wein in unsere Nase, wir ahnen schon, dass wir gelinkt worden sind: Wir haben einen Fehlwein aus dem Web bestellt.

Beispiel: Ein Roux Pere & Fils Bourgogne aus Frankreich, Jahrgang 2002 - im Test

Da wir keinerlei kommerzielle Interessen hegen, wollen wir hier keine Preisvergleich anstellen, sondern uns lediglich auf eine Analyse des Geschmacks und der Note (fruchtige Note, trocken, lieblich) beschränken.

Hier haben wir einen durchaus edlen Burgunder vor uns, wie er im Buche steht. Nur an wenigen Hängen in Frankreich, an Hängen der Moutonniere wird dieser Wein im Jahr 2002 angebaut. Der Kelterungsvorgang dauert mehr als 6 Monate, was auf Kosten des Alkoholgehalt geht. Doch das Warten lohnt sich! Einmal mehr erwartet uns ein außergewöhnliches Spektrum an Aromen: Von schwarzer Johannisbeere über grüne Paprika bis hin zu feinen Vanille-Aromen im Abgang und leichtem Tanin-Gehalt reicht das Spektrum. Von Kennern wird die erdige, leicht fruchtige Süße, die dennoch herb-rezent auf die Geschmacksnerven wirkt, geschätzt. Diese Wirkung entfaltet ihr Aroma nicht nur auf der Zunge (= Hauptträger des Geschmacks), sondern vor allem im Rachen und in der Gurgel. Beim Schlucken spürt man eine lange Nase (den sogenannten "Pinocchio", oft fälschlich als "Pinoccio" bezeichnet), wie er bei Bordeaux, Chardonnay, Merlot, Pinot Noir und Rioja manchmal vorkommt.

Fazit: Weine aus dem Internet und Geschmacksvergleich

Wir raten nicht unbedingt davon ab, Weine im Internet zu bestellen. Schnäppchen sind immer wieder zu machen - gute Schnäppchen sogar -, doch manche Sonderangebote sind zu billig bzw. preisgünstig, also ihren Preis nicht wert. Zur Not gehen Sie zu Ihrem Weinhändler um die Ecke und kaufen dort den Wein, der Ihnen schmeckt!

Links zu "Wein"

Aufzucht von Wein: Klärung, Reifung usw.

außerdem:

Kleines Weinglossar: "Durch das Umfüllen erfolgt gleichzeitig die Klärung und die Beseitigung der Kohlensäure. Es beseitigt die Hefe und beugt somit der Entwicklung von Krankheiten und schlechten Gerüchen vor."


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