15.12.2005

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Weißwein online bestellen und Informationen

Weißwein aus dem Internet? Das klingt verlockend, und es werden von Online-Weißweinhändlern viele Schnäppchen angeboten. Wir zeigen den Weg durch das Dickicht der Angebote: Viel Geschmack für wenig Geld.





Weißwein im Internet?

Früher ging man noch gerne zum Weißweinhändler um die Ecke oder sogar zum befreundeten Winzer, um Weißwein zu kaufen. Aber - wie wir alle schon seit langem wissen - die Zeiten haben sich - gerade für Weißweinkonsumenten und Weißweinkonsumentinnen - geändert! Das Internet und die zahlreichen Online-Shop s bieten viele Schnäppchen zu günstigen Preisen an und verlocken dazu den Weißwein im Internet billig zu bestellen. Doch leider kann man online keine Flasche aufmachen, um eine Weißweinprobe abzuhalten und ein Glas zu probieren - das ist das Problem, wenn man im Internet Weißwein billig bestellt.

Geschmack

Oft findet sich in einfachen, schlichten Weißweinflaschen ein edleres Tröpfchen als in aufwändig gestalteten, mit Prägungen und teuren Etiketten versehenen Flaschen. Das merkt man spätestens beim Öffnen des Weißweines. Man öffnet den Weißwein, und was geschieht? Ein schaler Geschmack steigt aus dem Internet-Weißwein in unsere Nase, wir ahnen schon, dass wir gelinkt worden sind: Wir haben einen Fehlwein aus dem Web bestellt.

Darum ist so manches Schnäppchen ein absoluter Reinfall. Für Kenner (also genauer: Weißweinkenner) von Weißwein aus Spanien, Portugal, Italien oder Frankreich und Griechenland ergeben sich ab und zu böse Überraschungen: Sie bestellen den Weißwein im Internet, bekommen eine Kiste mit Flaschen, die vollmundig als "Griechischer Weißwein", "Italienischer Weißwein" oder "Spanischer Weißwein" angepriesen wurden - und beim Öffnen der ersten Flasche kommt die große Enttäuschung: Der griechische Weißwein entpuppt sich als billiger Fusel, ohne Geschmack, mit geringem Alkoholgehalt, farblos, viel zu großer Restsüße und faden Aromen. Auch wenn das Etikett des Weißweines schön gestaltet ist und teuer wirkt und viel Geschmack verspricht, zeigt sich im Abgang allzu oft kein Johannisbeeraroma, sondern schale Fehlfarben und Fehlgeschmäcker. Dieser Fehlgeschmack kann einem das Trinkerlebnis astringieren.



Gehobene Qualitätsphilosophie

Häufig wird ja – gerade bei Verkostungen – ein mehr oder weniger verdeckter Fehlton registriert. Wenn der Weißwein stumpf, trocken und fad gewirkt hat, kann man ja auch von einem Kelter- oder einem anderen Verarbeitungsfehler reden. Beim technischen Niveau und der Qualitätsphilosophie der meisten Winzer (reife Trauben, saubere Verarbeitung, exaktes Keltern) sind diese Mängel weitgehend behoben. Dennoch weisen einzelne Proben genau diese sensorischen Negativ-Attribute auf. Wenn diese so deutlich sind, dass kein anderer Eindruck („Der korkt ja gewaltig“) daneben Platz hat, ist es ja noch irgendwie ein Glücksfall. Die Problematik steigt bei all jenen Grenzfällen, wo lediglich ein stumpfer, verdeckter, fremdbestimmter Ton das Aroma stört. Dann neigt der Verkoster dazu, diesen Internet-Weißwein um den einen oder anderen Punkt hinunterzustufen und als mehr oder weniger fehlerhaft zu beurteilen.

Tatsächlich aber steckt in vielen Fällen ein Korkfehler dahinter. Gute französische, italienische, spanische oder griechische Weißweine, die sauber gekeltert wurden und ein volles Fruchtaroma haben, tritt ein Korkfehler nicht mit der vom Weißwein gewohnten Deutlichkeit zutage, sondern lässt oft nur störende Nebentöne auftreten. Stumpf überlagertes Aroma kann dann festgestellt werden oder irritierende, unharmonische Noten. Eigenschaften wie Löschblatt, papierig, strohig, stumpf und verdeckt sollten die Weißweinverkoster und -trinker aber zumindest auch auf den Gedanken bringen, es könnte sich nicht um einen Weißwein-, sondern um einen Korkfehler handeln.

Viel Kork, keine Frucht im Weißwein

Anders als beim Weißwein ist der Kork im Weißwein etwas schwieriger aufzuspüren. Dennoch ist er da und macht den Weißweintrinker-innen das Leben manchmal etwas schwer. Das Weißwein wird gerne ranzig.

Das Thema ist mittlerweile schon so alt, dass es fast leidig ist: Der Kork, der schützen soll, ruiniert den Inhalt. Bei preisgünstigen Weißweinen aus dem Internet ist dieses Phänomen einigermaßen neu – nichts desto weniger aber immer vorhanden. Vereinzelt hat es wohl schon immer Korkfehler auch im Weißwein und Weißwein aus Spanien, Italien oder Frankreich gegeben, aber es bewegte sich stets im Bereich der Ausnahme von der Regel. Vor allem trat ganz selten ein ganz eindeutiger Korkfehler auf. Die Frage, die sich angesichts gehäufter und deutlicher Korkfehler stellt: Wie oft sind eigentlich fehlerhafte Korken daran schuld, dass Weißweine aus dem Internet einfach kein Aroma haben oder nur verwaschen, undeutlich, muffig oder dumpf schmecken?

Beispiel: Ein Roux Pere & Fils Bourgogne aus Frankreich, Jahrgang 2002 - im Test

Da wir keinerlei kommerzielle Interessen hegen, wollen wir hier keine Preisvergleich anstellen, sondern uns lediglich auf eine Analyse des Geschmacks und der Note (fruchtige Note, trocken, lieblich) beschränken.

Nur an wenigen Hängen in Frankreich, an Hängen der Moutonniere wird dieser Weißwein im Jahr 2002 angebaut. Hier haben wir einen durchaus edlen Burgunder vor uns, wie er im Buche steht. Der Kelterungsvorgang dauert mehr als 6 Monate, was auf Kosten des Alkoholgehalt geht. Doch das Warten lohnt sich! Einmal mehr erwartet uns ein außergewöhnliches Spektrum an Aromen: Von schwarzer Johannisbeere über grüne Paprika bis hin zu feinen Vanille-Aromen im Abgang und leichtem Tanin-Gehalt reicht das Spektrum. Von Kennern wird die erdige, leicht fruchtige Süße, die dennoch herb-rezent auf die Geschmacksnerven wirkt, geschätzt. Diese Wirkung entfaltet ihr Aroma nicht nur auf der Zunge (= Hauptträger des Geschmacks), sondern vor allem im Rachen und in der Gurgel. Beim Schlucken spürt man eine lange Nase (den sogenannten "Pinocchio", oft fälschlich als "Pinoccio" bezeichnet), wie er bei Bordeaux, Chardonnay, Merlot, Pinot Noir und Rioja manchmal vorkommt.

Fazit: Weißweine aus dem Internet und Geschmacksvergleich

Wir raten nicht unbedingt davon ab, Weißweine im Internet zu bestellen. Schnäppchen sind immer wieder zu machen - gute Schnäppchen sogar -, doch manche Sonderangebote sind zu billig bzw. preisgünstig, also ihren Preis nicht wert. Zur Not gehen Sie zu Ihrem Weißweinhändler um die Ecke und kaufen dort den Weißwein, der Ihnen schmeckt!

Links zu "Weißwein"

Aufzucht von Weißwein: Klärung, Reifung usw.

außerdem:

Großes Weißweinglossar im Internet: "Durch das Umfüllen erfolgt gleichzeitig die Klärung und die Beseitigung der Kohlensäure. Es beseitigt die Hefe und beugt somit der Entwicklung von Krankheiten und schlechten Gerüchen vor."


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