19.08.2008
Die Jahressuppe
Es soll Kunst sein, ist jedoch kulinarischer Synkretismus: Menschen kochen eine Suppe, essen davon und geben einen halben Liter an den nächsten Koch weiter. Der kocht damit eine Suppe und isst davon und gibt einen halben Liter an den nächsten Koch weiter. Handelt es sich dabei wirklich um Kunst - oder werden die beteiligten 366 Suppenköche/-esser einfach nur reingelegt, indem man ihnen den Fingernagelschmutz der Nachbarn unterjubelt?
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Das heißt konkret, dass ich am Montag bei meinen Vorsuppenköchen einen halben Liter Suppe abgeholt habe, in einem Köfferchen, dem man das lange Reisen ansieht. Dann habe ich zwei Liter eigene Suppe gemacht (siehe August) und mit dem halben Liter vermischt. Das gab’s dann zum Abendessen. War eine leckere Suppe. Es war tatsächlich ungewöhnlicher, als ich gedacht hatte, plötzlich fremde Suppe mitzuessen.
Von dieser neuen Suppe kam wieder ein halber Liter in die Thermoskanne in den Koffer und wurde am nächsten Tag dem folgenden Suppenkoch übergeben [...]
Lehrerzimmer 06.08.2008: Jahressuppe
Die Veranstalter, im philosophischen Reisebüro organisiert (auch: “Institut für hybride Darstellungsformen"), haben ein wirkliches Konzept entwickelt:
philosophisches reisebüro: jahressuppe - sinn und zweck
Definitiv lustig ist der Suppenfilm, in dem das Projekt erläutert wird. Herrlich zeitgemäß auch die Idee des “suppenbackups”:
philosophisches reisebüro: jahressuppe - teilnahmebedingungen
Trotz der hohen Verdünnungsraten, die das Reisebüro genauestens berechnet, bleibt ein schaler Geschmack - denn an Tag 7 esse ich ja nicht nur die 0.00016 Liter der ersten Suppe mit, sondern auch die 0.5 Liter der Suppe vom Vortag und die 0.1 Liter der Suppe vom Vorvortag usw.
Warum nehmen Leute an dem Projekt teil?
Wollen sie ihre Perspektive auf das Phänomen “Suppe” verändern? Wollen Sie Teil eines künstlerischen Projekts werden? Wollen Sie andere Leute kennen lernen? Nein. Ich glaube, die Triebkraft liegt in latent sadomasochistischen Vorlieben der Teilnehmer. Es ist das wohlig-schaurige Vergnügen, eine Suppe zu essen, in die bereits Hunderte von Personen ihre Finger getunkt haben. Und die Befriedigung, vor dem Verschließen der Thermoskanne heimlich nochmal den eigenen Finger in die Suppe zu tunken - vielleicht direkt nachdem man auf dem Klo war.
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schon sehr interessant, aus welch verschiedenen perspektiven dieses projekt rezipiert wird. eine recht häufig anzutreffende sichtweise ist die des hygieneparanoikers. dabei dürfte diese spezielle pathologie eher im bereich der sozialen angststörungen und xenophobien liegen, als im umfeld der mysophobien: fremde menschen sind prinzipiell unhygienisch. fremde menschen haben prinzipiell nichts anderes im sinn als einem in die suppe zu spucken. dieser krankhafte vertrauensverlust führt in folge zu sozialer isolation und feindseligkeit gegenüber fremden.
was die kunst betrifft, hätte der autor besser geschweigen, als sich in seiner inkompetenz zu outen.
derr begriff der interventionistischen kunst geht auf joseph beuys und seine vorstellung von der sozialen skulptur zurück. die soziale skulptur begreift die gesellschaftlichen beziehungsmuster als gestaltbares medium, das vom künstler bearbeitet wird, um bestimmte reaktionen und handlungsabläufe zu intendieren oder zu provozieren. es entsteht ein dynamisches gebilde, das in seiner form nicht eindeutig festgelegt ist, da es einen offenen handlungs- und spielraum als angebot in eine bestimmte soziale umgebung stellt, die auf nicht eindeutig vorhersehbare weise durch interaktion ausgefüllt wird.
Oh làlà. Ich glaub, die Suppe, die ich gestern gegessen hab, war eine Jahressuppe. Ach du Sch***
Aber ne nette Idee!
Leider kann man ja dann nicht besonders den Geschmack variieren. Wie will man denn aus ner Rindfleisch- eine Fischsuppe machen? Naja, besser mal gar nicht drüber nachenken :D
äh, also ich find das ziemlich geil. Wenn ich die beiden potentiell unsauberen Schlappentussies mit dem Dagobertkoffer und dieser fressgeilen Katze aufm Arm sehe.... könnte ich mir vorstellen, alle 3 Chaoten diesen subversiven Fraß aufessen zu lassen.
Der künstlerische Aspekt wär´mir dabei völlig piepe, die dämliche Katze würde wahrscheinlich satt.... und die beiden Möchtegern-Künstlerinnen würden 7 wochen lang kotzen, bis das nächste Frauenfrühstück wieder ohne Inkontinenzunterhose möchlich iss.....*fggg*
Uh, da läufts mir kalt den Rücken runter.
Muss gleich mal meine Frau fragen, was ihre Freundin ihr da heut morgen geheimnisvolles in ner Schüssel überreicht hat!
Vorige Schweinerei: Höchste Webseite der Welt: Neuer Rekord: 23,959 Kilometer!




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