28.11.2005
Gammelfleisch oder Das Wunder, warum wir nicht alle dauernd kotzen
Im Herbst 2005 erschüttern Gammelfleischskandale in nie dagewesenem Maß die Republik.
taz 24.11.2005: Frische Putenbrust nur 0,99 €
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- Im Kreis Cloppenburg wurden “mit einer Injektionsmaschine systematisch und tonnenweise Putenbrüste mit Wasser und Bindemittel um 30 Prozent vergrößert” (taz). Jetzt wissen wir wenigstens, warum das Fleisch vom Großmarktmetzger in der Pfanne immer so klein wird.
- In Oldenburg hat sich der Leiter eines Fleisch verarbeitenden Betriebs “schon ‘fast daran gewöhnt, dass mir einer hinter die Kisten scheißt’. Einer der Arbeiter habe in der Pause auf der Toilette offenbar ‘gewichst und geschifft’, sich dann die Hände nur ‘so ‘n bisschen abgeputzt’ [...]” (
Bildzeitungspiegel.de) - … und natürlich all die Mengen vergammeltes, eingefrorenes und wieder aufgetautes, verzehruntaugliches Fleisch, das wir schon gefressen haben.
Die Deutschen essen im Schnitt stark 90 Kilo Fleisch/Jahr. Wenn also der Stuhlgang mal etwas ungeformter ist, muss das nicht gleich eine Magen-Darm-Grippe sein.
taz 24.11.2005: Gammelfleisch mit Pfeffer und Soße
Schade eigentlich. Die
Billigfleischindustrie freut sich allerdings darüber - eine Branche,
die bis ins Mark verludert und verroht ist. Das fängt bei der Tierhaltung an. Wer sich die Details der neuen Mastanlage für 85.000 Schweine in Hassleben (Brandenburg) vor Augen führt, der kann nur Soja-Liebhaber werden: reizarme Monsterställe ohne Tageslicht, Einstreu, mit den gefürchteten Kastenständen, in denen die Muttersauen bewegungslos eingemauert sind. Die Transporte zum Schlachthof, das Schlachten selbst - alles schnell, billig, rücksichtslos mit Lohndumping und ukrainischen Hilfsarbeitern. Die diversen Fleischskandale oder sagen wir lieber der große Fleischskandal ist die logische Konsequenz einer Branche, die alle ethischen Maßstäbe verloren hat, die Billigfleisch produziert wie andere Leute Ziegelsteine. Wann vergeht uns endlich der Appetit?
taz 24.11.2005: Frische Putenbrust nur 0,99 €
Die tagessau-Redaktion wünscht einen guten Appetit beim Essen dieses Schweins.
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Nächste Schweinerei: "Terminator-Technologie" - Die ersten Opfer der Gentechnik sind die Nutzpflanzen.
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