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22.01.2006

‘Chronisch’ glückliche Menschen sind im Leben erfolgreicher

Eine neue, groß angelegte Studie behauptet: Es gibt “chronisch" glückliche Menschen. Die haben Erfolg in Liebe, Beruf und Gesellschaft.

Es ist - nach dieser Studie - also nicht Erfolg, der glücklich macht. Dies widerspricht allen Vorstellungen der Leistungsgesellschaft.



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Die Studie

Amerikanische Psychologen haben bei der Auswertung von “225 unterschiedlichen Studien (Langzeit- und Querschnittsstudien sowie Experimente), an denen insgesamt 275.000 Versuchspersonen beteiligt waren”, herausgefunden, dass Menschen nicht glücklich werden, wenn sie durch Arbeit und Leistung erfolgreich sind, sondern dass einfach die Glücklichen immer Erfolg im Leben haben.

Flaschenhals der Studie: War zuerst die Henne oder das Ei da? Sind nicht vielleicht einfach die (z.B. zufällig in ihrer Kindheit mal) Erfolgreichen glücklich und dadurch wieder erfolgreich? Hier haben die ForscherInnen eine Antwort parat:

Nach den Psychologen sind viele Forscher auch deswegen dazu verführt worden, Glücklichsein als Ergebnis von Erfolg zu betrachten, weil die Kriterien, die gesellschaftlich als Zeichen für das Glücklichsein vorherrschen, auf Erfolg verweisen: ein ausreichendes Einkommen, körperliches und psychisches Wohlbefinden oder langes Leben. Erfolgreich ist man im Allgemeinen, wenn man die Dinge erreicht, die in einer Gesellschaft als anstrebenswert und daher als wertvoll gelten.

Andererseits haben eben viele Studien gezeigt, dass Menschen mit positiven Gefühlen ihre Umwelt auch positiver betrachten und sensibler für die Belohnungen aus ihrer Umwelt sind. Sie sehen eher die Möglichkeiten als die Schwierigkeiten. Und da sie auch den anderen Menschen wohlwollender gegenübertreten, kommt diese ihnen daher offener entgegen.

telepolis 19.12.2005: Erfolg hat, wer glücklich ist


Was bedeutet “Glück”?

Interessant auch, dass die ForscherInnen Glück nicht an der Qualität festmachen, sondern an der Quantität. Wer häufiger ein bisschen glücklich ist, ist insgesamt glücklicher als jemand, der selten ziemlich glücklich ist (hysterischer Typ?).

Als glücklich verstehen die Forscher die Menschen, die öfter positive Gefühle wie Freude, Stolz oder Interesse zeigen und weniger oft ängstlich, ärgerlich oder traurig sind. Die “chronisch Glücklichen”, um die es ihnen geht, zeichnen sich durch die Dauer oder Häufigkeit der positiven Gefühle, nicht unbedingt durch deren Intensität aus.
telepolis 19.12.2005: Erfolg hat, wer glücklich ist

Meinung des Volksmunds

Auch der Volksmund hat mit seinen bäuerlichen Sprichwörtern, in denen ja immer ein Körnchen Wahrheit wohnt, eine Meinung zum Thema. Mit unterschwelligem Neid tradiert die Menschheit Sprichwörter wie “Einer ist immer der Arsch.” oder “Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.”

Unglück und Neid

Die eben zitierten Sprichwörter legen durch die Verwendung von fäkalnahen Ausdrücken (scheißen, Haufen, Arsch, auch: “Dem scheint die Sonne aus dem Arsch.") nahe, dass Neid für die nicht Glücklichen ein wesentliches Motiv ist. Vielleicht ist dies eine Dimension, die von den Forschungspersonen zu Unrecht ganz vernachlässigt wurde. Hier also die tagessau-These zum Glücklichsein:

Neid macht unglücklich. Und zwar den Neider selbst.

Klingt irgendwie viel logischer ...

Ähnliche Artikel: Verarscht
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Kommentare:
Kommentar von die glücksfee  am  22.01.2006, 15:36 | #

alles ist gut. alles. der mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. nur deshalb. das ist alles, alles! wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben augenblick. (aus: dostojewski: dämonen)

und hier das passende glücksrezept:
“going through the motions triggers the emotions” (david myers, glücksforscher)

great and easily.

Kommentar von Sullivan  am  12.02.2006, 0:19 | #

Groß angelegte Feststellung von immenser Qualität.
Dafür wäre aber auch der großartige Humor von Edmund Stäuber ausreichend gewesen.
Belegt nicht (?) die Vorstellung der Leistungs-
gesellschaft?
Stimmt: Belegt Kompetenz im Aufbügeln/
Umkrempeln von Binsenweisheiten mit dem
Versuch klarzumachen, das Volk sei wie
üblich wieder selbst schuld an seiner
Misere....*g*
...versuchen kann man es ja.

Nicht bestes, aber letztes, weil aktuellstes
Gegenbeispiel von vielen zum Nachdenken über
s.o. dusseligsten aller platt dahergelullerten
Weisheiten aus Bubble-Gum-County ist:
Gregor Gysi, 11-02-06, 21:30 ARD, Zitat wörtlich:
“Wir kämpfen dafür, dass Menschen sich in dieser
Welt wohlfühlen, NUR MEHR müssen es werden”

Kommentar von ReverentGreen  am  18.02.2006, 0:24 | #

beati spiritu pauperi

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