11.11.2005
ICANN: USA wollen weiterhin Daumen auf Internet behalten
Die ICANN koordiniert über 13 Root-Server den weltweiten Netzverkehr. Sie steht unter der Fuchtel der US-amerikanischen Politik (und zehn der Server stehen in den USA). Dabei war die Dominanz der USA nur als Übergangslösung gedacht, doch inzwischen denken die
USA in keiner Weise mehr daran, die faktische Kontrolle über das Internet abzugeben.
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Auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) in Tunis, 16.-18.11.2005, möchten die teilnehmenden Staaten eine grundlegende Reform der Verwaltungsstrukturen erzielen. Die USA weigern sich jedoch erwartungsgemäß:
telepolis, 08.11.2005: “Kampf um die Kontrolle des Internet”
Dabei ist die Möglichkeit zur Kontrolle so “geringfügig” gar nicht:
Der Streit hat auch eine geopolitische Dimension. In einer zunehmend globalisierten Welt, in der Kommunikation zum strategischen Rohstoff avanciert und die immaterielle Ökonomie weiter wächst, sind die Kommunikationsnetze von herausragender Bedeutung. Wer das Internet kontrolliert, besitzt einen entscheidenden strategischen Vorteil. So wie die britische Weltherrschaft im 19. Jahrhundert auf der Kontrolle der weltweiten Verkehrsverbindungen beruhte.
Die US-Hegemonie übers Internet verschafft den Vereinigten Staaten theoretisch die Möglichkeit, ein ganzes Land vom Netz abzuhängen oder den gesamten E-Mail-Verkehr zu blockieren. Bislang haben sie das nicht getan, aber die Möglichkeit dazu haben sie. Allein schon diese Option führt in zahlreichen Ländern zu wachsender Besorgnis.
Le monde diplomatique, 11.11.2005: Domäne Internet
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