27.11.2005
Mineralölkonzerne halten Irak besetzt
Wenn auch US-Präsident George W. Bush und seine Büttel stets beteuert haben, dass der Krieg im Irak hehren Zielen diene (Demokratie, Befreiung, Massenvernichtungswaffen, eine sicherere und schönere Welt etc.), musste man doch immer irgendwie an das schwarze Gold denken - das teuflische Erdöl, das die Bleichgesichter wahnsinnig macht, sobald es ihnen auszugehen droht.
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Nach Saudi-Arabien verfügt der Irak über die weltweit zweitgrößten Ölreserven. Das irakische Öl ist billig zu fördern und von bester Qualität. Da werden
Ölkonzerne wie Exxon Mobil, Royal Dutch/Shell oder BP natürlich ganz ölig feucht. Und mit einem Willigen wie George W. Bush an der Seite kommt man auch ganz einfach dran:
Bis zu zwei Drittel der seit Mitte des letzten Jahrhunderts im Staatsbesitz befindlichen Ölvorkommen des Irak sollen für bis zu 40 Jahre de facto privatisiert und von ausländischen, überwiegend amerikanischen und britischen Ölkonzernen kontrolliert und ausgebeutet werden. Über entsprechend langfristige Verträge - so genannte Produktionsteilungsabkommen (Production Sharing Agreements, PSA) - verhandeln Konzerne wie BP und ChevronTexaco derzeit mit aktiver Unterstützung der Regierungen in Washington und London und zugleich unter großer Geheimhaltung vor dem irakischen Parlament und der Öffentlichkeit mit Vertretern des Ölministeriums in Bagdad.
Die Politik dieses Ministeriums wird seit Beginn des Irakkriegs im Frühjahr 2.003 [sic] im Wesentlichen von der amerikanischen Besatzungsmacht und dem US-Konzern Halliburton [genau - Vizepräsident Dick Cheney war da von 1995-2000 Vorstandsvorsitzender] bestimmt. Kämen die Verträge zur Privatisierung von Kontrolle und Ausbeutung der Ölfelder zustande, entstünden der irakischen Volkswirtschaft Verluste von bis zu 194 Milliarden US-Dollar.
taz 23.11.2005: Kein Geld für Öl
Die besagten Ölkonzerne machen Rekordgewinne. Beispiel Exxon Mobil (Esso, Mobil): 9.920.000.000 US$ Gewinn bei 100.000.000.000 US$ Umsatz (Kennzahlen des 3. Quartals 2005).
Der Präsident der USA, George W. Bush, gab Ende Oktober 2005 im Radio das hier von sich:
President’s Radio Address 29.10.2005 (Thema: Renewal in Iraq), whitehouse.gov
Dabei bedienen sich US-Präsidenten stets einer etwas unorthodoxen Terminologie, die zu verstehen der Übung bedarf. “Peace” (zu deutsch: Frieden) bedeutet “Sicherung des Wohlstands”, “war on terror” (deutsch: Krieg gegen den Terror) bedeutet “Krieg gegen den Ölmangel”, und die “needs of the Iraqi people” sind natürlich ein großzügig gewährtes Existenzminimum (jemand muss ja die Pipelines bauen, die Fässer schleppen und den US-amerikanischen Funktionären Döner verkaufen).
Somit sei die freie Übersetzung erlaubt:
Die Welt ist manchmal so einfach zu verstehen ...
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