Der Sympathieträger von der-schweinische-bote.de

12.02.2006

Mini-Nuke und Bunker-Buster

Eine neue Generation Kernwaffen wird ganz tagessau hip: “Mini-Nukes” (taktische Atomwaffen geringer Sprengkraft) und/bzw. “Bunker-Busters” (bunkerbrechende Waffen).
Die kann man ja wirklich mal ausprobieren, im Widerstreit der Kulturen. KABOOMM!



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Taktische und strategische Waffen/Kernwaffen

Taktische Waffen
Taktische Waffen werden gezielt gegen feindliche Einheiten eingesetzt. Taktische Kernwaffen haben eine wesentliche geringere Sprengkraft als strategische Kernwaffen, entwickeln aber dennoch massiv Radioaktivität.
Strategische Waffen
Strategische Waffen werden gegen Ziele außerhalb des Schlachtfeldes eingesetzt, um den Gegner strukturell zu schwächen (Zerstörung von Infrastruktur, Militärbasen, Logistikzentren usw.). Der Abwurf der Bomben auf Hiroshima und Nagasaki war eine strategische Aktion mit infernalischen Auswirkungen.

Taktische Kernwaffen sind hip!

Sind wir doch mal ehrlich: Wer hätte heutzutage den Nerv, eine richtig fette 25-Mega-Tonnen Wasserstoffbombe irgendwo abzuwerfen (Nagasaki “Fat Man” hatte 25 Kilo-Tonnen) und damit ein Land für immer von der Weltkarte zu tilgen? Vielleicht ein ultradurchgeknallter Anzugmullah wie tagessau Ahmadinedschad?

Jeder halbwegs “zivilisierte” Staat - Zivilisation: Bildungsstandard und Demokratiefaktor - hingegen könnte sich so etwas unter keinen Umständen leisten. Deshalb propagieren die USA, neuerdings auch tagessau Frankreich, die Entwicklung taktischer Kernwaffen.

Nach einer Entscheidung des US-Senats von 2003 scheint die Zeit inzwischen reif zu sein, eine neue Generation taktischer Kernwaffen - der “low yield mini-nukes” mit einer Explosionskraft von bis zu sechs Hiroshima-Atombomben - einzusetzen, die als “sicher für Zivilisten” apostrophiert werden, da die Waffe unter der Erde detoniert. [hoho - siehe unten]

Mit einer Propagandakampagne, die sich nicht zuletzt auf “maßgebende” Atomwissenschaftler verlassen kann, werden “mini-nukes” geradezu als “Instrumente des Friedens” hofiert, die nun “für das Schlachtfeld freigegeben” seien, um im “Krieg gegen den Terrorismus” neben konventionellen Waffen eingesetzt zu werden. Die Bush-Administration argumentiert, “Low-yield"-Atomwaffen seien zur glaubwürdigen Abschreckung von Schurkenstaaten wie Iran und Nordkorea unverzichtbar. Die bisher vorhandenen Nuklearwaffen hätten eine zu hohe Zerstörungskraft, um sie außerhalb einer umfassenden thermonuklearen Konfrontation anzuwenden. Potenzielle Feinde wüssten dies, so dass die Androhung einer atomaren Vergeltung an Glaubwürdigkeit verliere. Angesichts dieses Dilemmas sorgten “mini-nukes” für Abhilfe, von denen eher anzunehmen sei, dass sie zum Einsatz kämen.

Wir stehen insofern an einem gefährlichen Scheideweg: Die Militärplaner glauben - wie nicht anders zu erwarten - ihrer eigenen Propaganda und behaupten, die neue Generation von Kernwaffen sei “sicher” genug, um sie auf dem Schlachtfeld zu verschießen. Man müsse “mini-nukes” nicht länger als Waffen des letzten Auswegs betrachten. Senator Edward Kennedy hat nicht Unrecht, wenn er konstatiert, die Bush-Regierung habe es fertig gebracht, “eine Generation brauchbarerer Atomwaffen” zu entwickeln.

Im Übrigen bereitet sich auch die israelische Regierung nach den Worten des Atomforschers Mordechai Vanunu darauf vor, in ihrem nächsten Krieg gegen die islamische Welt Kernwaffen einzusetzen.
freitag.de, 27.01.2006: Schock und Entsetzen

Mini-Nukes

Mini-Nukes sind taktische Atomwaffen mit geringer Sprengkraft. Sie kamen bei den USA-Militärs wieder in Mode, als man Saddam Hussein in ominösen unterirdischen Bunkeranlagen vermutete.

So genannte Mini-Nukes sind Kernwaffen mit einer Sprengkraft unter fünf Kilotonnen. Die neue Forschung über kleine, technisch hoch entwickelte Kernwaffen ist in den USA geplant. Der US-Senat hob im Mai 2003 ein 10 Jahre altes Verbot der Entwicklung von Mini-Nukes auf. Diese Entscheidung wurde im Kongress durch eine Resolution geschwächt, die die Forschung erlaubt, jedoch ein Verbot der Entwicklung oder Herstellung neuer Atomwaffen mit geringer Sprengkraft beibehält.
wikipedia: Kernwaffe/Atomwaffe

Bunker-Busters

Als Bunker-Busters werden “erdeindringende Atomwaffen” bezeichnet. Sie bohren sich ins Erdreich und explodieren unterirdisch. Je nach Sprengkraft handelt es sich dabei um eine Mini-Nuke.

Es gibt bereits einen “konventionellen Bunker Buster”, der u.a. im Irakkrieg eingesetzt wurde. Bei den “nuklearen Bunkerbrechern” handelt es sich um eine neue Generation erdeindringender Atomwaffen.

Drei Modifikationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung: der konventionelle Bunker Buster, der vorhandene nukleare Bunker Buster (B61-11) oder eine Atomwaffe mit einer großen Sprengkraft (W-76 oder B-83).
IPPNW - Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs: Mininukes & Bunker Busters - Der Anfang einer neuen Ära? - 2005


Aber so kleine süße Bömbchen sind doch nicht gefährlich!

Es wird behauptet, dass ein mit geringer Sprengkraft bestückter Atom-Bunkerbrecher mit “minimalem Kollateralschaden” einsetzbar wäre. Dabei muss eine ein-Kilotonnen-Bombe mindestens 100 Meter in die Erde eindringen, um die Radioaktivität im Untergrund eingeschlossen zu halten. Bisher gibt es jedoch kein Waffensystem, das diese Tiefe erreicht.

So dringt die 1997 als nuklearer “Bunker Buster” modifizierte, getestete und stationierte B-61-11 aus einer Höhe von gut 13.000 Metern nur bis zu sieben Meter in die Erde und 2-3 Meter in gefrorenen Boden ein. Dennoch habendie USA etwa 50 dieser Bomben zur Verfügung.

[...]

IPPNW Studie warnt vor den Folgen eines nuklearen “Bunker Buster"- Einsatzes

Staub, Trümmer und Strahlung: Eine erdeindringende Atomwaffe mit nur sehr geringer Sprengkraft, die innerhalb oder in der Nähe eines dicht besiedelten Gebietes zur Detonation käme, würde mit ihrem Fallout radioaktiven Staub, Trümmer und anderes radioaktives Material über mehrereQuadratkilometer verteilen. Eine Bombe von einer Kilotonne hinterlässt dabei fast eine Million Tonnen Staub und Trümmer und die freigesetzte Strahlung wird nicht unter der Erde gehalten.

Hohe Opferzahlen: Auch Atomwaffen mit geringer Sprengkraft, d.h. mit weniger als einem Zehntel der Sprengkraft der Hiroshima-Bombe, können die Zivilbevölkerung einer tödlichen Strahlung aussetzen und Zehntausende von Opfern fordern. Die Opferzahlen dieser Größenordnung würden selbst die effektivsten medizinischen Versorgungssysteme überfordern.
IPPNW - Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs: Mininukes & Bunker Busters - Der Anfang einer neuen Ära? - 2005


Weitere fiese Informationen von Professor Michel Chossudovsky

“Conplan 8022”

Für einen präemptiven Angriff mit taktischen Nuklearwaffen sieht sich das US-Strategic Command (USSTRATCOM) in der Offutt Air Force Base in Nebraska mit neuen Vollmachten ausgestattet, um - wie es im Militärjargon heißt - die Rolle eines “globalen Integrators” zu übernehmen, der für Operationen im Weltraum, Nachrichten-Operationen, integrierte Raketenabwehr, für die Geheimdienste, die Überwachung und Aufklärung sowie den globalen Angriff und die strategische Abschreckung zuständig ist. Im Januar 2005, als der militärische Aufmarsch gegen den Iran begann, wurde USSTRATCOM als “das führende Kampfkommando für die Integration und Feinabstimmung der Bemühungen des Verteidigungsministeriums hinsichtlich der Bekämpfung von Massenvernichtungswaffen” eingesetzt.

Um diesen Auftrag abzusichern, entstand gleichzeitig eine nagelneue Befehlseinheit: die Joint Functional Component Command Space and Global Strike (JFCCSGS/Kommandostelle für die vereinigten Komponenten Weltraum und weltweiter Angriff). Auf einen Nenner gebracht, hat JFCCSGS die Aufgabe, die Auslösung eines nuklearen Angriffs im Sinne der erwähnten Nuclear Posture Review (NPR) zu überwachen, die einen präemptiven Einsatz nuklearer Gefechtsköpfe nicht nur gegen “Schurkenstaaten”, sondern notfalls auch gegen China und Russland vorsieht.
freitag.de, 27.01.2006: Schock und Entsetzen


tagessau


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Kommentare:
Kommentar von mida  am  13.02.2006, 1:17 | #

mini-nukes klingt wie Wurffeile, die man jetzt auch lutschen kann; welche Tabletten bewilligt der Senat denn dem Pentagon?

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