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29.10.2005

‘PR-Journalismus’ im Hamburger Abendblatt

PR-Journalismus bedeutet, dass JournalistInnen nicht unabhängig berichten (können), sondern die Informationssituation im Sinne eines Auftraggebers gestalten.
Dabei rückt das Interesse an einer sauber recherchierten und fundierten Berichterstattung in den Hintergrund; Primärziel der Schreiberei ist viel mehr die gezielte Manipulation der Leserschaft. 



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Öffentlichkeit findet dieses Thema z.B. durch die Arbeit des bildblog, das sich unter anderem mit der exzessiven Schleichwerbung in der Bild-Zeitung befasst.

Der Professor für Allgemeine und Spezielle Journalistik Michael Haller untersucht seit 2000 systematisch sechs deutsche Tageszeitungen. Besonders das Hamburger Abendblatt ist nach seinen Erkenntnissen ein typischer Fall von PR-Journalismus:

Haller, einst Ressortleiter bei der Zeit und Redakteur beim Spiegel, geht mit seiner Zunft hart ins Gericht: “Gerade am Beispiel von Springer sieht man eine Verschluderung von journalistischem Selbstverständnis und der gesellschaftlichen Funktion des Journalismus. Journalisten verstehen sich oft zunehmend als Text- und Themenmanager, die eine möglichst zufriedene und vergnügte Leserschaft zum Wohle ihres Arbeitgebers erzeugen.”

Auch in personell gut ausgestatteten Redaktionen treffe man häufiger auf redaktionelle Beiträge, die sich ohne weitere Recherchen nur auf eine Quelle stützten und manchmal gar deckungsgleich seien mit dem versandten Material der Öffentlichkeitsarbeiter, so Haller.
taz, 14.10.2005: “Eine Quelle ist keine Quelle”


Der tagessauSpringer Verlag hat den Wissenschaftler jetzt verklagt. Über den Prozessausgang ist uns zurzeit noch nichts bekannt.
Ähnliche Artikel: Medien
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Kommentare:
Kommentar von Kevin  am  30.12.2005, 12:23 | #

Ey, brontal langwailisch Geläber.!

Kommentar von sullivan  am  14.02.2006, 2:24 | #

...wahrscheinlich reicht es schon, den Namen des SpringVaters zu kennen, um den Gehalt der
Klage zu ahnen...*fg*

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