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29.01.2006

Atomlobbyisten in der SPD agieren gegen den Atomausstieg (!)

imageNorbert Glante, Europaabgeordneter der SPD aus Brandenburg, besitzt tatsächlich die tagessau Frechheit, mit einer Handvoll weiterer SPD-Mitglieder eine Unterschriftenaktion GEGEN DEN ATOMAUSSTIEG ins Netz zu stellen.



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Im Koalitionsvertrag ist klar geregelt: Am Atomausstieg gibt es nichts zu rütteln.

Zwischen CDU, CSU und SPD bestehen hinsichtlich der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung unterschiedliche Auffassungen. Deshalb kann die am 14. Juni 2000 zwischen Bundesregierung und Energieversorgungsunternehmen geschlossene Vereinbarung und können die darin enthaltenen Verfahren sowie für die dazu in der Novelle des Atomgesetzes getroffene Regelung nicht geändert werden.
Koalitionsvertrag CDU, CSU, SPD 2005, S. 51

Sogar die Merkel (Bundeskanzlerin) will festhalten. Den Glos (Wirtschaftminister) nervt das enorm, aber er muss sich (vorerst noch) ducken.

Und jetzt kommt dieser namenlose Norbert Glante daher und launcht unter spd-und-energie.de ein Positionspapier, in dem dreist zur Abkehr vom Atomausstieg aufgerufen wird. Populistischer Claim: “Realitäten annehmen ... ehrliche Fragen stellen!” Platzeck sollte dem Jungen in den nächsten Tagen mal die Ohren lang ziehen - denn es gibt tatsächlich illustre Leute, die da unterzeichnen.

Natürlich kann man das alles auch positiv sehen:

Am 30.11.2005 wurde die besagte Website ins Netz gestellt, 8 UnterzeichnerInnen bereits inbegriffen. Inzwischen sind es 14. Sozusagen das radioaktive Material der SPD.

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Kommentare:
Kommentar von Andre  am  31.01.2006, 8:01 | #

Danke, für den Hinweis, währe ohne diesen Bericht wohl nie auf diese Seite gekommen…

Da ich absolut gegen den Atomausstieg bin wollte ich mich da natürlich gleich eintragen.

Dumm nur dass dieses Angebot nur für SPD Mitglieder gilt. :-(

Kommentar von bM  am  31.01.2006, 12:23 | #

na, wenn du gerne atomlobbyismus betreiben willst, musst du ja nur in die spd eintreten, dann kannst du da unterzeichnen.

Kommentar von Tom  am  31.01.2006, 14:49 | #

Tja Leute, let’s face it: Ohne mehr Atomenergie wird der Treibhauseffekt noch schlimmer als er eh schon ist. Also, was wollt ihr: Atomenergie oder Treibhaus? Und kommt jetzt bitte nicht mit den lustigen Windrädern, der tollen Solarenergie oder den Kuhpupsern, die bringen’s nicht…

Kommentar von bM  am  31.01.2006, 14:54 | #

was ist an windrädern und solarenergie “lustig”? die bringen’s durchaus ...

und zur information: das uran ist in den letzten jahren schon schweineteuer geworden, weil es *noch* endlicher ist als das öl. in geschätzt 30-60 jahren gibt es keine nennenswerten mengen uran mehr. also bauen wir die lustigen windräder doch lieber jetzt.

ich verstehe gar nicht, wie leute so geil auf atomenergie sein können. ist mir wirklich ein rätsel ...

Kommentar von Andre  am  02.02.2006, 10:30 | #

@bm

Es stimmt wohl, dass das Uran irgendwann ausgehen wird, doch bis dahin lässt sich noch viel saubere Energie daraus gewinnen.

Ich habe auch kein Problem damit das nebenher schonmal Windparks und Solaranlagen gebaut werden, doch bis die effizient arbeiten sollte man an der Atomenergie festhalten.

sonst sind wir bald völlig vom Öl/Gas abhängig, und das geht wohl schneller zu Neige als das Uran.

“in geschätzt 30-60 jahren gibt es keine nennenswerten mengen uran mehr.”
ich kann mich noch dran erinnern, das es hieß zu Beginn des 21. Jarhunderts sind die kompletten Erdöhlvorräte aufgebraucht, doch noch immer wird gefördert…

Kommentar von bM  am  02.02.2006, 15:23 | #

“Die Internationale Atomenergiebehörde gibt die weltweiten Uranvorräte mit 60 Jahren an, wenn der Verbrauch wie im Jahr 2003 bleibt.”
http://gruppen.greenpeace.de/oldenburg/archiv/2005/greenteamtour_20050822.htm

es redet ja auch niemand davon, dass wir alle atomkraftwerke morgen früh abschalten sollen ...

Kommentar von Adam  am  03.02.2006, 22:02 | #

Greenpeace - eine wirklich tolle und seriöse Quelle. Wissen wir spätestens seit Brent Spar.

Außerdem: Wer hat denn bei uns den Schnellen Brüter verhindert, wer die Wiederaufbereitungsanlage, und wer verhindert die Transmutationsforschung.

Erst wenn euch der letzte Arsch abgefroren ist, werden ihr sehen dass man Realitäten nicht ignorieren kann....

(Und nochmal vielen Dank für den Link, kann mich mangels SPD-Mitgliedschaft auch nicht eintragen, werde aber einen Unterstützerbrief hinschicken. Am Ende wird die SPD ja doch noch sozial, dann könnte man ja wieder eintreten. Die Öko-FDP (vulgo: Grüne) kommt mir jedenfalls nicht auf den Wahlzettel)

Kommentar von bM  am  03.02.2006, 23:52 | #

“Außerdem: Wer hat denn bei uns den Schnellen Brüter verhindert, wer die Wiederaufbereitungsanlage, und wer verhindert die Transmutationsforschung.”

greenpeace ... zum glück. gegenüber dem schnellen brüter ist ein atomkraftwerk eine puppenstube, junge.

“Greenpeace - eine wirklich tolle und seriöse Quelle. Wissen wir spätestens seit Brent Spar.”

äh ... kannst du das vielleicht etwas genauer erklären? die brent-spar-aktion war ja wohl wirklich einwandfrei, oder?

Kommentar von Arndt Leininger  am  08.02.2006, 15:54 | #

>Adam sagte: Greenpeace - eine wirklich tolle und seriöse Quelle. Wissen wir spätestens seit Brent Spar.

Eine bessere Quelle als Greenpeace sind bestimmt die Energieversoger und die sog. Energiexperten der großen Koalition.

an bM:
die Brent-Spar-Aktion war leider nicht einwandfrei. Greenpeace hatte die chemischen Rückstände usw. viel zu hoch eingeschätzt. grundsätzlich ist der protest gegen die entsorgung von ölplattformen im ökosystem meer natürlich richtig.

Kommentar von Arndt Leininger  am  08.02.2006, 15:56 | #

Übrigens, Herr Glante hat vollkommen recht.
Es spricht doch momentan alles für die Atomenergie.
Hätten z.B. die Ukrainer noch ihr Atomkraftwerk in Tschernobyl wären sie jetzt nicht so erpressbar wegen ihrer Abhängigkeit von Russland.

Kommentar von Markus Alder  am  12.11.2006, 23:21 | #

Der Atomausstieg ist teuer, unnötig und umeltbelastend.
Die fossilen Brennstoffe werden knapper und somit teurer. Kernkraftwerke vermindern die Umweltbelastung.
Auch wenn die Zahl der Kernkraftwerke auf der Welt verzehnfacht wird, gibt es noch für Jahrhunderte genug Uran.
Ein höherer Uranpreis wirkt sich kaum auf den Strompreis aus, da die Energiedichte sehr hoch ist und der Anteil der Brennstoffkosten an den Betriebskosten klein ist.

Wenn das Uran teurer wird, lohnt sich auch der Abbau ärmerer Erze. So vervielfachen sich die Vorräte.
Dazu kann mit Schnellen Brütern die Stromausbeute versiebzigfacht (!) werden!

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