10.01.2006
Strategie der USA für die Weltherrschaft
Eine seriöse Aussage von Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz:
telepolis 10.01.2006: Ätzende Abrechnung mit dem Irakkrieg
Wirtschaftlich ist der Irakkrieg ein Minusgeschäft, selbst wenn man die irakischen Ölquellen einrechnet. Sozioethisch sowieso ein vollständiges Debakel.
Warum also haben die USA den Irak angegriffen?
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Wäre es möglich, dass “die USA” die Iraker hassen? Die Araber? Die arabische Welt? Dass die USA - namentlich: die Bush-Administration in ihrem rechtsreligiösen Wahn - das islamische Konzept verdammen und es aus ideologischen Gründen eindämmen wollen (-> Neocons)?
Es ist nicht unmöglich. Aber es kann - angesichts der immensen Kosten - höchsten ein Teilgrund sein. Und ebenso spricht dagegen die Zahl der bisherigen Invasionen und imperialen Aktivitäten der USA, die alle ohne Rücksicht auf Religion oder ethnische Besonderheiten rund um den Erdball erfolgt sind.
Amen, Amen, ich sage euch: Es ist die Geldgier nach Macht!
Die USA sind militärisch und kulturell die überragende Kraft auf diesem Planeten (Militärausgaben USA = Militärausgaben der folgenden 10 Nationen zusammen). In kurzer Zeit, aus eigener Kraft, hat das Konzept “Amerika” sich die Welt untertan gemacht.
Das junge Imperium weiß jedoch, dass es dem Untergang geweiht ist - wie alle bisherigen Weltreiche und -imperien es unwiderruflich waren und sind. Doch die USA wären nicht die USA, wenn sie sich dem Rad des Schicksals nicht mit innovativer Kraft entgegenstemmen würden. Um dem Abstieg in die Bedeutungslosigkeit zu entgehen, haben die USA einen Plan gefasst, den bisher nur die wenigsten Gigaherrscher explizit zu formulieren wagten: Die USA wollen die Welt beherrschen.
Dazu begehen sie zwei strategische Wege:
- Besetzung aller weltpolitisch relevanten Posten mit eigenen Hardlinern (-> Weltbankchef: Wolfowitz, der schon vor Jahren von einem Krieg gegen den Irak fabulierte ... die Zeit versteht nicht, warum der Mann auf diesen Posten kommt ...).
- Der Gürtel um Eurasien muss enger gezogen werden, die “Lücke” (=nicht globalisierte Staaten) geschlossen werden (-> Iran is next!), zumal die Chinesen sich aus ihrem roten Osten - auch machtpolitisch - ausdehnen wie die Verrückten. Gelingt es, die Chinesen einzuschnüren, sitzt man auf den Ölreserven, außerdem an den wichtigsten militär- und wirtschaftsstrategischen Punkten der Erde, und hat angenehmerweise noch Europa und Afrika in der Zange.
Gelingt dieser Plan, wird der Einfluss der USA auf die Weltwirtschaft und das kulturelle Leben der meisten Nationen der Erde immens steigen. Die sich daraus ergebenden ökonomischen Vorteile für die USA übertreffen die Einnahmen durch irakisches Öl um ein Tausendfaches.
Doch es ist der Gang der Geschichte, dem keiner widerstehen kann: Wie der Mensch sterben und zu Staub zerfallen muss, so muss ein jedes Weltreich untergehen. Das ist irgendwie tröstlich.
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